Für den Einstieg in sein Dienen griff Bezirksapostel Thomas Deubel eine Aussage aus einer Gesprächsrunde vom Samstagabend auf. Es wurde dabei das klare Anliegen geäussert, die Gläubigen müssen, ja wollen Glaubenserlebnisse haben, die sie weiterbringen. Dazu berichtete er über ein aktuelles eigenes Erlebnis: Er erhielt am Morgen eine Nachricht mit einem Bild eines Wegweisers: „Lieber Gott“ – 35 Minuten. Dazu erläuterte er, es brauche ein paar Schritte, ein bisschen Glauben, um die Gegenwart Gottes erleben zu können. Dann forderte er die Seelsorger auf, die Erkenntnis in den Gemeinden zu predigen: „Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen“. In den Besuchen bei Geschwistern soll das Himmelreich wahrnehmbar werden.
Zum Bibelwort
In der Passionszeit, wie wir sie jetzt durchleben, denken wir an das grausame Geschehen auf Golgatha, die drei Kreuze mit den zwei Verbrechern und Jesus in der Mitte. Der Bezirksapostel schilderte, wie Menschen laut gerufen haben, wie Soldaten unbeeindruckt mit Würfeln gespielt haben, wie gehöhnt und gespottet wurde. Dann zeigte er auf, dass das Kreuz der Ort der Entscheidung ist: Beziehung mit Jesus oder keine Beziehung.
Weiter beschrieb er die beiden Verbrecher am Kreuz neben Jesus. Der eine – Gestas – spottete über Jesus, während der andere – Dismas – sich bereuend an Jesus wandte. Der Bezirksapostel nannte 4 Punkte zum Verhalten des Dismas:
- Er stellte keine Forderung an Jesus Christus, was seine Gottesfurcht zeigt
- Er war selbstkritisch und stand zu seinen Taten. Dann lässt man sich auch etwas sagen und beweist Demut
- Er schaute auf Jesus, den er als König des göttlichen Reiches erkannte.
- Er sprach ein einfaches Gebet: „Denke an mich.“
Jesus reagierte in seinem Leiden anders als die Menschen, indem er sich in seiner schmerzvollen Situation noch andern zuwandte und sich um sie sorgte. Er nahm sich auch des Verbrechers an seiner Seite an, indem er jenem zusagte, er werde heute noch mit ihm im Paradies sein.
Der Begriff „heute“ kommt oft in der Bibel vor und weist jeweils auf ein besonderes Ereignis und Geschehen hin. Im Paradies zu sein bedeutet, in der Liebe Gottes zu sein, Gemeinschaft mit ihm zu erleben. Reich Gottes ist Liebe, Zusammengehörigkeit, Friede, eben Paradies - ein Bereich der Sicherheit. Der Bezirksapostel forderte nochmals auf, das Reich Gottes, das nahe herbeigekommen ist, in den Gemeinden zu predigen und erlebbar zu machen.
Predigtbeiträge
Apostel Camenzind
Der Apostel drückte seine Freude und Dankbarkeit aus über die Gemeinschaft mit all den anwesenden Brüdern. Der Hinweis auf die 35 Minuten als Distanz zu Gott ist zu relativieren, denn er ist uns immer ganz nahe.
Apostel Pfützner
Er erinnerte an seine Amtseinsetzung 2021 in Zofingen und betonte, wie es Minuten, Menschen, Orte gibt, die man nie vergisst. Die Bitte im soeben gesungenen Lied 397 sei zentral für unseren Glauben: „Jesu, richte mein Gesichte nur auf jenes Ziel“. Weiter beschrieb er, wie wir sicher sein können, Jesus denkt stets an uns und begleitet uns. Er rief dazu auf, sich als Seelsorger in allen Situationen, Aufgaben und Tätigkeiten zu Gott hinzuwenden. Dann hinterlassen wir göttliche Spuren der Liebe, der Hoffnung, der Geborgenheit, der Barmherzigkeit und der ewigen Freude. Ebenso mahnte er, Botschafter des Paradieses zu sein, sei es in den Gemeinden wie auch in Gesprächen mit Geschwistern.
Apostel Keller
Er beschrieb, wie die beiden Männer am Kreuz sichtbar gleich weit von Jesus entfernt waren. Die innere Einstellung zeigte eine völlig andere Situation. Dismas war nahe bei Jesus und seine Bitte „Herr, denk an mich, …“ zeigte Wirkung. Die Nähe zu Jesus hat dann grosse Wirkung, wenn wir unser Herz und unseren Glauben daran binden. Er erwähnte ein Psalmwort: „Der Herr denkt an uns und segnet uns“ – was wollen wir mehr?
Nach der Feier des Heiligen Abendmahles erfolgte die Spendung der Hostien für die Seelen aus dem Jenseits, eingeleitet durch ein Musikstück auf dem Piano. Danach intonierte der Pianist nochmals ein passendes Musikstück.
Der Gottesdienst wurde simultan in Italienisch und Französisch übersetzt.
Nach dem Gottesdienst verabschiedeten sich der Bezirksapostel und seine Begleiter im Vorraum des Kirchensaales. Alle Anwesenden waren danach zu einem reichhaltigen Apéro eingeladen. Die Gelegenheit zu angeregtem Austausch wurde gerne genutzt.