Der Freitagmorgen begrüsste uns mit einer weissen Schneedecke und eisigen Temperaturen. Die Aussicht auf frühlingshafte Temperaturen liess die beinahe eineinhalbstündige Verspätung wegen der notwendigen Enteisung des Flugzeuges trotzdem erträglich erscheinen. Der viereinhalbstündige Flug brachte uns nach Tenerife Sur, wo uns bereits der Bezirksevangelist mit seinem «coche» (Auto) erwartete und auf einer abwechslungsreichen Fahrt nach Puerto de la Cruz brachte. Nacheinander kamen auch Apostel Camenzind und Bischof Alganza an.
Ein ausserordentliches Wochenende steht uns bevor. Erstmals überhaupt wird sich der ganze Bezirk Canarias zu einem «Kanarentag» versammeln. Bisher haben die Besuche immer in den fünf Gemeinden Las Palmas, San Cristóbal de La Laguna, Las Tricias, Las Rosas und Puerto del Rosario auf den Inseln Gran Canaria, La Palma, Fuerteventura und Tenerife stattgefunden.
Die Vorfreude darauf war schon lange zuvor spürbar und der vor Ort lebende Bezirksevangelist hatte sich mächtig ins Zeug gelegt, um diesen Anlass zu organisieren und alles bereitzustellen. Eine richtige Herkulesarbeit musste gemacht werden bei der Suche nach einer geeigneten Örtlichkeit, der Organisation aller Flüge von den verschiedenen Inseln, dem Transport von den beiden Flughäfen zum Begegnungsort, dem Herrichten der Räumlichkeiten mitsamt der Ausstattung für den Gottesdienst und vieles mehr.
Nun ist es also so weit: Alle Amtsträger wie auch die vor einem halben Jahr ordinierte Diakonin sind mit Begleitung vollzählig angereist. Längst nicht alle kennen einander, so dass eine Vorstellungsrunde in die Stärkungsstunde eingebaut wird. Einige Amtsträger dienen neben ihren Heimatgemeinden in der Schweiz und in Deutschland auch auf der Inselgruppe der Kanaren. Die Herausforderungen zur Versorgung der Gemeinden sind gross und vielgestaltig. So dient dieses Zusammensein dem Tanken von Kraft für die weitere Tätigkeit, dem weiteren Zusammenwachsen und Besinnen auf die essenziellen Arbeiten zur Bereitung der Brautgemeinde in diesem Teil des Bezirksapostelbereiches. Das Zusammensein löst in mir grosse Freude und Dankbarkeit aus. Unser himmlischer Vater hat auch hier wunderbare Werkzeuge bereitet, die mit viel Eifer und grossem Einsatz mithelfen, die grosse Arbeit zu tun.
Der Sonntag beginnt für die Verantwortlichen und viele Geschwister sehr früh. Nach und nach kommen die Flüge am frühen Morgen an und der Weitertransport erfolgt mit den Fahrzeugen. Ein besonderes Erleben ist dabei, dass alles gelenkt von oben ohne Hindernisse, Verspätungen und Ausfällen abläuft und somit um 11 Uhr der Gottesdienst in einem wunderschön eingerichteten Saal eines Hotels beginnen kann. Zuvor hat auch noch der Chor geprobt, der erstmalig und einmalig in dieser Zusammenstellung den Gottesdienst mit zu Herzen gehenden Liedern bereichert. Im Vorfeld wurde mir gesagt: «Du darfst dann nicht zu hohe Ansprüche stellen, wir haben sonst ja keinen Chor». Das war eindeutig tiefgestapelt: der Chor singt wunderschön und ausdrucksstark.
Einfach ein grossartiges Erleben. Sehr schön geschmückt ist auch der Altar. Lasst euch einfach von den Bildern verwöhnen, mit denen versucht wurde, das Ganze festzuhalten.
Neben dem Apostel und dem Bischof dient auch die in der Gemeinde Puerto del Rosario auf Fuerteventura wirkende Diakonin mit. Das ganze Erleben macht mich und – da bin ich sicher – die ganze Gemeinde glücklich.
Ein herausragendes Erleben ist auch die Feier des Heiligen Abendmahls für die Entschlafenen, das uns im Geschehen selbst und in der musikalischen Vor- und Nachbereitung durch Solostimmen und Chor ein Stück Himmel bereitet.
Das gemeinsame Zusammensein nach dem Gottesdienst bei Speise und Trank und im Austausch untereinander gibt viele Gelegenheiten, einander näher zu kommen und kennenzulernen. Die Zusage der Fürbitte in schwierigen Verhältnissen gibt die Gewissheit: Beten wirkt!
Das Ziel unseres Glaubens eint und lässt alle menschlichen Unterschiede weichen. Die erlebte Herzenswärme überstrahlt die angenehmen Temperaturen des Inselklimas bei weitem.
Wie gross ist doch Gottes Wirken und Walten! Wir können einfach nie genug danken und ihm Lob und Preis darbringen. Mit diesen Zeilen sende ich Grüsse aus dem Hotelzimmer aus Puerto de la Cruz de Tenerife in alle Herzen.