Als Grundlage für diesen Abschlussgottesdienst diente das Bibelwort aus 1. Korinther 5, 20.21: "Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden, der Erstling derer, die gestorben sind. Denn wie durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so ist auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten gekommen."
Gott ist mitten unter uns, und Ostern ist ein sehr wichtiger Moment, sagte Bischof De Lazzari und führte weiter aus, dass für manche Menschen der Moment der Auferstehung Christi eine schöne Geschichte, eine Legende ist. Aber es ist viel mehr. Jesus Christus ist auferstanden!
Wir versprechen Gott Treue, auch wenn es hin und wieder Zweifel gibt. Diesen gab es schon unter den ersten Christen. Nicht zuletzt deshalb schrieb Paulus an die Gemeinde in Korinth, um Zweifel an der Auferstehung Christi zu zerstreuen.
Durch die Liebe und Gnade des Herrn dürfen wir auf eine Zukunft hoffen, in der wir Teil des Erlösungsplans Gottes sein werden. Wir wollen uns aber vor jeglicher Anmassung hüten, selbst wählen und richten zu können.
Wie schon seit einiger Zeit geplant, wird die Gemeinde umziehen und ihre Gottesdienste in der christlichen Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Losone feiern, nicht weit von dem Gebäude entfernt, das in den vergangenen fünfzig Jahren genutzt wurde. Vor Abschluss des Gottesdienstes wurde die Chronik der Kirchengemeinde vorgelesen. Nach dem Schlusssegen folgte die Entwidmung der Kirche - ein emotionaler Moment für die Glaubensgeschwister.
Ein Blick zurück
Der neuapostolische Glaube kam 1919 ins Tessin. In Lugano fanden erste Gottesdienste statt. Ab 1943 versammelten sich neuapostolische Christen auch in Locarno, im Verlaufe der folgenden Jahre in verschiedenen Mietlokalen. Bereits 1951 konnte ein Chor gegründet werden und die Kirchengemeinde wuchs.
1963 musste die Gemeinde wegen Renovationsarbeiten die Räumlichkeiten in der "Salina" räumen und zog in das "Teatro San Materno" in Ascona um. Viele neuapostolische Feriengäste besuchten vorallem in der Sommersaison die Gottesdienste, so dass das Theater bereits zwei Jahre später zu klein wurde. Ein Grundstück für den Bau einer eigenen Kirche wurde gesucht. 1974 war die heutige Kirche in Locarno-Solduno fertiggestellt. Die Einweihung erfolgte duch Apostel Ernst Zimmermann. 1993 konnte das 50-jährige Bestehen gefeiert werden. Ein Jahr später besuchte Stammapostel Richard Fehr die Kirchengemeinde.
Jahrzehntelang wurden zwei Sonntagsgottesdienste angeboten, einer in deutscher und einer in italienischer Sprache. Im Jahr 1998 wurde ein neues Programm mit einem einzigen Gottesdienst in italienischer Sprache und einer Zusammenfassung in deutscher Sprache eingeführt. Dank der Technik und den Bemühungen der Übersetzerinnen und Übersetzer ist es seit 2005 möglich, die Gottesdienste gleichzeitig in beiden Sprachen zu hören.
Im Jahr 2018 feierte Locarno ihr 75-jähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür und einem Festgottesdienst. Im Frühjahr 2024, genau 50 Jahre nach dem Bau der schönen Kirche, muss das Gebäude umfassend renoviert werden. Aus diesem Grund und aufgrund der Tatsache, dass die Gemeinde nur noch etwa vierzig aktive Mitglieder und etwa achtzig Gläubige während der Touristensaison zählt, zieht die Kirchengemeinde nach Losone in einen kleineren Raum um, den sie sich mit der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten teilt.