Wir dürfen ein Wunder erwarten

04.02.2024

Bischof Ruedi Fässler diente am Sonntag, 04. Februar 2024, der Gemeinde Widnau mit dem Wort aus Matthäus 20, 32: Jesus aber blieb stehen, rief sie und sprach: «Was wollt ihr, dass ich für euch tue?»

Zentrale Aussage dieses Gottesdienstes war die Botschaft, dass Gott zu jederzeit und in jeder Situation erlebbar sein kann. Bei Gott ist nichts unmöglich. Er möchte dich tief berühren. 

Der Bischof wünschte, dass ein jeder, unabhängig von seiner Situation, das Wunder des Gottesdienstes erleben kann und in der Gemeinschaft "Heimat" findet. Gott allein schafft das Wunder, mit seinem Wort die verschiedensten Bedürfnisse eines jeden Menschen zu bedienen. Seine Schöpferkraft wirkt in jedem Moment. Dies sowohl für den modernen, konservativen, urbanen, traditionellen, beeinträchtigten Menschen.

Geschichtliche Einordnung des Bibelwortes
Das Bibelwort stammt aus einer Begebenheit, in der Jesus auf eine grosse Menschenmenge traf. Alle warteten auf seine Rede und sein Wirken und verstummten. Ausser zwei Blinde, die beständig riefen: Erbarme dich unser! Die Umstehenden beschworen sie, endlich zu schweigen, doch sie liessen in ihrem Rufen nicht nach. Dies veranlasste Jesus, bei ihnen stehen zu bleiben und die Worte aus dem Bibelwort an sie zu richten. Jesus war es wichtig, dass er mit ihnen eine Beziehung eingehen konnte.

Wie sieht es bei uns aus, fragte der Bischof die Gemeinde. Gott will mit jedem einzelnen Menschen in Beziehung treten. Er möchte Zeichen setzen. Gott bleibt bei dir stehen und fragt dich, was er für dich tun kann.

Was macht einen guten Lehrer aus?
Das Matthäus-Evangelium gibt die Tätigkeit des Gottessohnes in Tat und Wahrheit wieder. Im Wesentlichen wird Jesus in seiner Lehrtätigkeit gezeigt. Dadurch können sich die Menschen ein Bild von einem guten Lehrer und von der Liebe Gottes machen.

- Ein guter Lehrer schafft und pflegt Beziehungen. Er will Anteil nehmen. 
- Ein guter Lehrer interessiert sich für das Wohlbefinden seiner Schützlinge.
- Ein guter Lehrer will mit seinen Schülern Aussergewöhnliches schaffen und überraschen mit etwas, das aus dem Rahmen fällt.

Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum
Was ist uns wichtig im Leben, welches sind unsere Werte, was erbeten wir?
Es ist wichtig, dass wir uns diese Fragen stellen, um dann bereit zu sein. Beten wirkt! Im Gebet können alle vor Gott tragen, was ihnen wirklich wichtig ist. Der Bischof rief die Gemeinde auf, diese Chance zu nutzen.
Gott wird uns überraschen. Vielleicht nicht nach unseren Vorstellungen, aber immer in seinem Sinne. Für Gott zählt die Nachfolge. Er wird allen Menschen beistehen, damit sie zur Braut Christi zählen können.

Der Vorsteher der Gemeinde St. Gallen betonte in seinem Predigtbeitrag die Liebe Gottes. Sie ist unvergleichbar mit allem, was Menschen kennen. Es ist wichtig, sich für diese Liebe zu öffnen und sich seiner Erwartungen bewusst zu sein. Gottes Haus ist ein heiliger Ort, der verzaubern kann, wenn wir auf der Suche nach wahrhaftiger Liebe sind und uns Zeit für die Beziehung mit Gott nehmen.

Der Vorsteher der Gemeinde Heiden stellte den göttlichen Blickwinkel in den Mittelpunkt. Ist Gottes Hilfestellung in meinem Leben sichtbar? Begegnen wir dem Nächsten so, wie wir dies für uns wünschen? 

Heiliges Abendmahl
In der Vorbereitung zum Heiligen Abendmahl betonte Bischof Fässler, dies sei ein Moment, in dem Jesus stehen bleibe, um in eine besondere Beziehung mit uns zu treten. Ein Moment, der es ermöglicht, Kraft zu empfangen im Leib und Blut Jesus. 

Als Schlusspunkt sang der Chor das berührende Lied:
«Ich glaube fest, dass alles anders wird, wenn uns die Liebe immer weiterführt. Ich glaube fest an eine neue Sicht, wenn bald im klaren Licht ein hoffnungsvoller Tag anbricht (CM332).»