Stehe auf und wandle!

15.02.2026

Eine freudige Überraschung erwartete die Gläubigen des Bezirks Bern-Nord: Stammapostel Jean-Luc Schneider feierte am Sonntag, 15. Februar 2026, in der Kirche Biel/Bienne überraschend einen Gottesdienst. Die Freude und Dankbarkeit über seinen unerwarteten Besuch waren in der gesamten Gemeinde spürbar.

Zu Beginn des Festgottesdienstes sang die Gemeinde das Lied Nr. 118a: „O wie freun wir uns der Stunde“. Der Stammapostel hob besonders die erste Strophe hervor, in der es heisst: „Schreibe selbst das Wort des Lebens tief in unser Herz hinein.“

Er erläuterte, dass das „Herz“ in der Bibel nicht in erster Linie für Gefühle steht, sondern für den Ort, an dem der Mensch seine Entscheidungen trifft. Mit diesem Verständnis werde die Bitte des Liedes besonders eindrücklich: Gott möge uns helfen, Entscheidungen auf der Grundlage seines Wortes und mit Blick auf das ewige Leben zu treffen.

Predigtgrundlage

Der Stammapostel diente mit dem Bibelwort aus 1. Könige 19,7:
„Und der Engel des Herrn kam zum zweiten Mal wieder und rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.“

Er schilderte die Situation des Propheten Elia, der erschöpft und entmutigt vor den Herausforderungen seines Lebens floh. In dieser Not begegnete ihm der Engel des Herrn – nicht nur einmal, sondern zweimal – und versorgte ihn mit Nahrung und Wasser. Diese Fürsorge zeige, dass Gott seine Kinder gerade in Momenten grösster Schwäche nicht allein lässt.

Die Worte „Steh auf und iss“ seien sowohl praktisch als auch symbolisch zu verstehen. Gott kenne die körperlichen, seelischen und geistigen Bedürfnisse seiner Kinder. Er schenke Kraft für den Weg, der vor ihnen liegt – auch wenn dieser anspruchsvoll erscheint.


Gott stärkt den Glauben

Der Stammapostel sprach offen über Situationen, in denen Menschen – beruflich, privat oder im Glauben – enttäuscht und erschöpft sind. Manchmal frage man sich: „Warum hat Gott mir nicht geholfen?“ Zweifel und Mutlosigkeit könnten wie bei Elia dazu führen, dass man innerlich aufgeben möchte.

Wichtig sei jedoch, im Gespräch mit Gott zu bleiben und ihm ehrlich zu sagen, wenn die eigene Kraft nicht mehr reicht. Oft erwarte man ein spektakuläres Eingreifen Gottes – doch wie bei Elia schenke er seine Hilfe meist anders: Er stärkt den Glauben.

Symbolisch bedeute dies: Gott fordert uns auf, „zu essen und zu trinken“, also geistlich aufzutanken. Das sei nicht immer einfach anzunehmen, denn wir wünschten uns oft sofortige Lösungen. Doch Gott beginne bei uns selbst: Er schenke neue Glaubenskraft, um Herausforderungen im Vertrauen zu bewältigen.


Wie Gott den Glauben stärkt

Gott stärkt unseren Glauben durch

  • sein Wort, das im Heiligen Geist verkündigt wird,
  • seine Liebe, die in jedem Gottesdienst spürbar wird,
  • den Blick auf bereits erhörte Gebete und erfahrenen Schutz,
  • den mehrfachen Zuspruch seiner Nähe, so wie der Engel zweimal zu Elia kam,
  • das Heilige Abendmahl, das ganz persönlich Zuspruch und Stärkung schenkt:
    „Ich liebe dich. Ich bin für dich gestorben. Ich warte auf dich.“

Nach dieser geistlichen Stärkung – wie bei Elia – sei es wichtig, wieder aufzustehen und weiterzugehen. Unser Heil hänge nicht an äusseren Umständen, sondern an unserer Entscheidung, im Glauben voranzuschreiten. Dabei bleibe das Ziel klar: das ewige Leben, zu dem Gott uns führen möchte.

 

Heiliges Abendmahl für die Entschlafenen

Nach der Feier des Heiligen Abendmahles für die Gemeinde wurde dieses auch für die Entschlafenen gespendet. Der Chor umrahmte den besonderen Moment würdevoll und trug zu einer besinnlichen Atmosphäre bei.