100-Jahr-Jubiläum Gemeinde Dietikon am Dank-, Buss- und Bettag

21.09.2025

«Herr, wie sind deine Werke so gross und viel! Du hast sie alle weise geordnet und die Erde ist voll deiner Güter». Mit diesem Bibelwort aus Psalm 104,24 diente Apostel Reto Keller der Festgemeinde in Dietikon. Der Gottesdienst stand im Zeichen des 100-jährigen Gemeindejubiläums, das sich mit dem Eidg. Dank-, Buss- und Bettag verband.

Bezug nehmend auf das vom Chor gesungene Lied «Ins Wasser fällt ein Stein, ganz heimlich, still und leise; und ist er noch so klein, er zieht doch weite Kreise», gab und gibt Gott in Liebe und Fürsorge den Dingen seinen Lauf. Vor mehr als 100 Jahren wurde in der Region Missionsarbeit geleistet und in den Stuben von Wohnungen in Dietikon erste neuapostolische Gottesdienste gefeiert. Durch die Beauftragung des ersten Gemeindevorstehers und der gleichzeitigen Einweihung eines ersten Gotteshauses, entstand 1925 die Gemeinde Dietikon. Dankbar und mit grossem Respekt gedenken wir allen Geistlichen und Geschwistern, die über all die Jahre in Eifer und mit Liebe gewirkt haben. Die sichtbare und unsichtbare Gemeinde erlebte vom ersten Tag bis heute die Gemeinschaft im Evangelium, die uns auch in die Zukunft trägt. Philipper 1,6 bekräftigt dies: «Ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu». Nach einem Dankgebet zum Gemeindejubiläum stimmte die Gemeinde kraftvoll eine Strophe des Liedes «Grosser Gott, wir loben dich» an.

 

In Bezug auf den Dank-, Buss- und Bettag können wir bezeugen: DEINE WERKE SIND SO GROSS UND VIEL! Es gilt im Sinne des Erntedankes, für die aus der Erde hervorgehenden Güter zu danken. Noch heute funktioniert das Gesetz von Aussaat und Ernte, wie wir es in 1. Mose 8,22 lesen: «Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.» Als Antwort auf eine Frage der Jünger ergab sich das grosse Vermächtnis Jesu im Gebet des «Vaterunser». Darin beten wir unter anderem: «Unser tägliches Brot gib uns heute». Dies umfasst alle Bedürfnisse des natürlichen Lebens. Erwähnenswert ist der Hinweis im alten mosaischen Gesetz (3. Mose 19, Verse 9–10) zur Solidarität bei der Ernte für andere. So soll nicht alles bis an den Rand des Feldes abgeerntet werden und weder auf dem Feld noch im Weinberg Nachlese gehalten werden. Dies ermöglicht Armen und Durchreisenden Speise. Es lohnt sich, darüber nachzudenken. Auch die Verwendung des an diesem Sonntag geleisteten Dankopfers trägt diesen Solidaritätsgedanken in sich.

 

Der Apostel beleuchtete weitere vielfältige Werke Gottes. Gott schuf die sichtbare und unsichtbare Welt. Sie ist allumfassend. Mit allen Wundern der Natur und als Krönung der Schöpfung schuf er den Menschen zu seinem Bilde. DU bist Teil der Schöpfung Gottes. Es liegt in unserer Verantwortung, sorgsam mit der Schöpfung als anvertrautem Gut umzugehen. Zum Werk der geistigen Schöpfung gehört der Erlösungsweg im Evangelium mit dem erbrachten Opfer Jesu, den Sakramenten der Kirche und der Verheissung der Wiederkunft Jesu als Auftakt zur Ersten Auferstehung und allem, was darauffolgt. Die Gemeinde ist sichtbarer Teil der Kirche Christi und gehört somit zur geistlichen Schöpfung – so auch die Jubelgemeinde Dietikon. In der gesamten Schöpfung erkennen wir die unbeschreibliche Liebe Gottes zu uns.

 

Als Werk an uns persönlich schenkte uns Gott das natürliche und geistige Leben, auch Lebenskraft und Lebensfreude trotz aller Belastungen. Wir erleben in unserem Leben wahrhaftig die lenkende Hand Gottes, den Dienst der Engel sowie die Hoffnung aus Gottes Erwählung. Wir erleben Gottes Frieden, der grösser ist als der Weltfriede, und wir danken den Menschen, die uns den Weg zu Gott zeigten. Wie es im verarbeiteten Bibelwort heisst, ordnet Gott alle Dinge weise – er benötigt keine Ratgeber. Der Apostel zitierte in Bezug auf die Dankbarkeit Thomas von Kempen: «Du sollst dankbar sein für das Geringste und du wirst würdig sein, Grösseres zu empfangen».

 

In einem letzten Predigtbeitrag erwähnte der in den Ruhestand tretende Evangelist, dass jeder Tag ein Dank-, Buss- und Bettag sein sollte. Vom Danken kommen wir zum Loben des Herrn und zum Nächsten. Wofür wollen wir danken? Psalm 103 vertieft diesen Gedanken. Wenn wir Busse tun und uns dem Guten zuwenden, wird die Freude überwiegen. Er dankte der Gemeinde für die ihm und seiner Familie zugewandte Liebe in der vergangenen und zukünftigen Zeit. Bischof Fässler brachte der Gemeinde zum Jubiläum ein Grusswort und zitierte aus dem ersten Schöpfungsbericht: «Gott sah an alles, was er gemacht hatte und siehe, es war sehr gut.» (1. Mose 1,31) Gott schuf unter anderem das Licht in der natürlichen Schöpfung, Jesus Christus schuf geistiges Licht in Jesus Christus als dem Licht der Welt. Wer Jesus nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. In der Bergpredigt sagte Jesus seinen Anhängern: «Ihr seid das Licht der Welt.» Wir wollen auch in Dietikon und Umgebung weiterhin dieses Licht leuchten lassen.

 

Der Gemeindevorsteher von Dietikon zeigte sich berührt und überwältigt von den Pionieren, die so viel geleistet haben. Wie ein Stein, der ins Wasser fällt – es entstehen Wellen, Bewegungen, die bis heute Auswirkungen haben. Die zentralen Punkte sind heute dieselben wie damals: der Glaube an das Evangelium Jesu Christi und seine verheissene Wiederkunft sowie die Liebe zum Nächsten. Das führte zu der bis heute erlebbaren Wohlfühlgemeinde.
Ein Ergebnis des grossen Werkes Gottes!