Der Bezirksapostel legte das Bibelwort aus Psalm 145, 9-12 der Predigt zu Grunde: «Der HERR ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke. Es sollen dir danken, HERR, alle deine Werke und deine Heiligen dich loben und die Ehre deines Königtums rühmen und von deiner Macht reden, dass den Menschenkindern deine gewaltigen Taten kundwerden und die herrliche Pracht deines Königtums.»
«Der HERR ist allen gütig». David sprach in prophetischer Weise weit in die Zukunft. Die Liebe und Gnade Gottes gilt allen Menschen und nicht nur dem Volk Israel. Die wahre Bedeutung und Dimension des Wortes konnte er wahrscheinlich noch gar nicht erkennen.
Gott ist mit menschlichen Sinnen nicht fassbar. Gott in seinem Wesen und Wirken zu erkennen, setzt Glauben voraus. Der Glaube schafft Zugang zu dem, was der Verstand nicht ergreifen kann.
Güte ist mehr als Gnade – es ist ein bewusstes Handeln Gottes. Gott sieht in dir einen Schatz und freut sich darüber. Aus der Wiedergeburt aus Wasser und Geist tragen wir die neue Kreatur mitsamt ihren Möglichkeiten in uns – aber es liegt an uns, diese Wesenszüge zu aktivieren und danach zu handeln.
«Und erbarmt sich aller seiner Werke»: Gottes Werke sind die sichtbare wie auch unsichtbare Schöpfung. Gott wacht darüber und gibt nichts einfach so dem Verderben preis (Römer 8, 18ff).
«Es sollen dir danken, HERR, alle deine Werke»: Gott ist barmherzig, das soll etwas in uns auslösen. Danken lenkt unsere Gedanken in die richtige Richtung. Wenn man sucht, findet man genug, um dankbar zu sein. Danken gibt ein Glücksgefühl in der Seele. Wir sind dankbar gegenüber Gott, aber auch gegenüber dem Nächsten.
«Und deine Heiligen dich loben»: Die Heiligen haben Anteil an Gottes Heiligkeit aus der Wiedergeburt aus Wasser und Geist heraus. Es ist nicht unser eigener Verdienst oder unsere Arbeit, auch kein Ehrentitel – es ist reine Gnade. Loben bedeutet, ergriffen von der Allmacht und Güte Gott ehren und das auch zum Ausdruck zu bringen. «Danken schützt vor Wanken, loben zieht nach oben.»
«Und die Ehre deines Königtums rühmen»: Das Königreich Gottes ist nicht von dieser Welt. Die volle Grösse und Wirkung des Königreichs sind heute noch nicht vollständig sichtbar – aber bereits errichtet! Jesus ist der König aller Könige. Er soll in all unseren Entscheidungen mit dabei sein. Mit Nachdruck beten wir: «Dein Reich komme!»
«Und von deiner Macht reden»: Liebe ist die stärkste Macht, die einzig wahre Grossmacht. Sie ist viel grösser und vollkommener als jede andere Macht. Gott ist über allem und in unserer Mitte. Wir wollen von seiner Liebe reden und durch unser Verhalten in unseren Alltag bringen. Taten sind die besten Worte – sie zeigen, was in uns ist, während Worte einiges überspielen können.
«Dass den Menschenkindern deine gewaltigen Taten kundwerden und die herrliche Pracht deines Königtums»: Alle Menschen sind Geschöpfe Gottes. Sie haben zum Teil aber die Beziehung zu Gott nicht. Wir wollen nicht egoistisch sein, sondern es dem Nächsten auch wünschen und ihnen gönnen, in diese Beziehung zu kommen. Wir wollen unserem Umfeld die frohe Botschaft, das Evangelium kundtun. Die Wiedergeburt aus Wasser und Geist schenkt uns keinen Ehrentitel, sondern einen Auftrag. Wir wollen Gott loben und mittels Taten in unser Umfeld hinaustragen. Gott hat uns bewusst dahingestellt, damit wir ein Segen sein können und seinen Segen empfangen. Die schönste Predigt ist wirkungslos, wenn wir nichts in den Alltag mitnehmen.
Bericht: vdo, Bilder: tsc