Bibeltext aus 1. Buch der Chronik, Kapitel 4 Vers 10:
Und Jabez rief den Gott Israels an und sprach: Ach, dass du mich segnetest und mein Gebiet mehrtest und deine Hand mit mir wäre und schafftest, dass mich kein Übel bekümmere! Und Gott liess kommen worum er bat.
Wer wünscht sich das nicht? Doch warum funktioniert es manchmal nicht? Wir bitten um etwas und es passiert nichts. Liegt es an Gott oder an uns? Vielleicht liegt es an dem, was wir beten? Jesus führt uns auf die Spur, indem er sagt: «Plappert nicht, macht nicht viele Worte. Schon gar nicht um von den Leuten bestaunt zu werden» à la: «Oh, der kann schön beten». Jesus sagt: «Wenn ihr mit mir verbunden seid, dann könnt ihr bitten, worum ihr wollt und es wird geschehen». Das bedeutet wohl, wer mit Jesus eins ist, bittet nach dem Willen Jesu und damit um keine egoistischen Anliegen mehr.
Als Rezept dazu forderte Apostel Pfützner im Gottesdienst in Kreuzlingen die Gemeinde auf, das eigene Gebet zu prüfen und ggf. zu entschlacken. Als Rezept für ein wirksames Gebet bezog er sich auf jenes, das von Jabez im Buch der Chronik überliefert ist und fasste wie folgt zusammen:
- Segne mich!
- Entgrenze mich!
- Halte mich!
- Bewahre mich!
Es geht dabei darum, dass wir um etwas bitten, was uns mit Jesus verbindet. Ist unser Wille der von Gott, erfüllen sich auch Gebete. Deshalb beten wir auch in jedem Gottesdienst: «Dein Wille geschehe…»
Gottesdienste sind Gelegenheiten der Begegnung – miteinander, mit Gott und auch mit uns selbst. Schnell kann’s passieren und wir leben einfach so dahin. Der gewöhnliche Alltag funktioniert einfach und vielleicht kennt jeder Einzelne auch einmal dieses Gefühl, sich selbst verloren zu haben – gar nicht mehr zu wissen, wo man augenblicklich steht. Gottesdienstbesuche sind deshalb auch ein Geschenk, um zu sich selbst zu finden und sich zu reflektieren, gewissermaßen eine Standortbestimmung im Angesicht Gottes vorzunehmen. Wo bin ich – wo will ich hin?
«Morgen geh ich mich besuchen, mal schauen ob ich zuhause bin», zitierte der Apostel den bekannten Komiker Karl Valentin. Es ist wichtig, dass wir bei uns selbst sind, bevor wir für andere und Gott da sein können.
«Für andere da sein» …die Bedeutung dieser Worte musste der Apostel unserem Rubinhochzeitspaar Christa & Arne nicht erklären. Sie sind VIP’s in der Gemeinde: very inspiring persons - oder kurz gesagt unsere Vorbilder, führte der Apostel aus. Als Grusswort an das Jubiläumspaar und Beschreibung sowie Ermutigung für den Weg, der hinter ihnen und noch vor ihnen liegt, wählte der Apostel Psalm 128, Vers 1-5: «Wohl dem der den Herrn fürchtet und auf seinen Wegen geht...». Die Segensspendung zum 40jährigen Hochzeitsjubiläums charakterisierte er als eine Erneuerung des Bundes durch Gott. Dieser Bund ist auch ein grosses Geschenk, das nicht jedem vergönnt ist. So stellte sich die ganze Gemeinde mit dem Ehepaar unter den Segen Gottes in dem Bewusstsein, dass jedes einzelne Gemeindemitglied jede gelingende Ehe ein Vorbild für die eigene Beziehung zu Christus ist, dem Bräutigam, den wir erwarten und auf dessen Erscheinen wir uns vorbereiten.