Die Heilige Schrift zeugt von etlichen Ereignissen, die im Bezug zu einer Höhle stehen.
In einer Höhle sind wir abgeschirmt und geborgen. Es sind tolle Rückzugsorte.
David fand also diesen Schutzraum. Plötzlich kamen auch seine Brüder in die Höhle Adulam, das ganze Haus seines Vaters und Männer in Not, Schuld und mit verbitterten Herzen. David wurde ihr Oberster.
Die Geschichte passt in die heutige Zeit. Kirchen sind Schutzhöhlen. Wir kommen in Not, Sorge, Schuld oder Verbitterung. Da muss der Blick nicht weit gehen. Es genügt, ins eigene Leben und in den Alltag zu schauen und sich ehrlich die Frage zu beantworten: «Was bedrängt dich? Vor was hast du Angst? Was lässt dich nachts nicht schlafen?»
Eine Frage der Schuld: Wann hast du den Menschen, den du am meisten hasst oder der vielleicht gerade neben dir sitzt, enttäuscht oder verletzt? Gerne blenden wir Unangenehmes aus. Andere verletzen und enttäuschen auch uns. Sie belastet ebenfalls eine Schuld. Wir alle brauchen somit eine Schutzhöhle, wo wir hinkommen und so sein dürfen wie wir sind.
Bist du in Bedrängnis, wie lautet die erste Adresse? Die Lösung lesen wir im Psalm 55, 9 «Denn du errettest mich aus aller meiner Not».
Der grösste Fehler ist, in die Höhle Adulam zu kommen, nach rechts und links zu schauen und nur Not und Fehler der anderen zu sehen. Die 400 Mann damals formte David zu seiner ersten starken Truppe. Mit ihnen gewann er jeden Kampf. So war es vor der Zeit Jesu - und heute?
Wir kommen in die Kirche und Jesus nimmt uns auf: «Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstossen. Kommt, die ihr mühselig und beladen seid.» Die Seele kann hier Kraft tanken und Ruhe finden. Dann schauen wir nicht mehr zurück, sondern in die Zukunft. Wir entdecken, dass neben uns andere sitzen, die auf Jesus schauen. Plötzlich reden wir nicht mehr von Belastungen, Sorgen oder Enttäuschungen. Wir sehen das, was wir mit Jesus erreichen und können so gestärkt die Höhle Adulam verlassen.