Am Altar wird die offiziell gültige Bibel in Standardsprache (Lutherübersetzung 2017) verwendet, um die Konsistenz zu den Leitgedanken sicherzustellen. Das Bibelwort und Bibellesungen werden in Standardsprache vorgelesen. Aus inhaltlich übereinstimmenden Mundart-Bibeln darf zitiert werden.
Auf einen Vorschlag, welche Mundart-Bibeln verwendet werden dürfen, verzichten wir bewusst, da eine solche Empfehlung immer lückenhaft wäre. Oft sind innerhalb derselben Übersetzung nicht alle Stellen inhaltlich gleich übereinstimmend mit der offiziell gültigen Bibel in Standardsprache.
Das Bibelwort ist in allen Gottesdiensten zwingend in Standardsprache vorzulesen, um die Konsistenz zu den Leitgedanken sicherzustellen. Das gilt auch für spezielle Gottesdienste wie bspw. für Kinder oder Jugendliche oder für Trauungen. Während des Predigtteils kann auf eine Mundart-Fassung eingegangen werden, z.B. indem zu Beginn der Predigt ergänzend das Bibelwort in Mundart-Fassung vorgelesen wird oder in die Predigt einfliesst.
Weitere Hinweise dazu gibt der Handlungshinweis zur Bibeltext-Erschliessung. «PDF herunterladen»
Bibellesungen sind Teil der Liturgie. Alle verbindlich vorgegebenen liturgischen Texte erfolgen ausschliesslich in Standardsprache. Für Bibellesungen verwenden wir deshalb die offiziell gültige Bibel in Standardsprache (Lutherübersetzung 2017).
Ja, dies steht im Einklang mit den vier Grundsätzen im Handlungshinweis.
Ja, das ist gut denkbar und steht im Einklang mit den vier Grundsätzen im Handlungshinweis. Insbesondere in Gemeinden, wo nicht alle Geistlichen Mundart beherrschen oder wo nicht alle Gottesdienstteilnehmer Mundart verstehen, kann das sogar der Normalfall sein.
Es sollte jedoch unbedingt vermieden werden, dass während eines «Sprechteils» (Gebet, Predigt usw.) oder mitten im Satz zwischen Mundart und Standardsprache hin und her gewechselt wird.
Unter Berücksichtigung der Grundsätze im Handlungshinweis und der lokalen Gegebenheiten wählen die Geistlichen, in welcher Sprache sie dienen. Die Sprache der Predigtzugaben kann von derjenigen der Dienstleiter abweichen.
Die Berücksichtigung der Grundsätze im Handlungshinweis unterstützen die Geistlichen darin, dass – unabhängig davon, in welcher Sprache gepredigt wird – die Heiligkeit im Gottesdienst gewährleistet ist. Zentral ist, dass die Verwendung von Mundart im Gottesdienst sorgfältig vorbereitet sein muss und verantwortungsvoll erfolgen soll, auch wenn Mundart eine eher spontane Sprachform darstellt.
Auch im Alltag verwenden wir unterschiedliche Sprachformen der Mundart. Zum Beispiel sprechen wir in der Familie oder mit Freunden eine andere Sprache als wir dies im beruflichen Umfeld (gegenüber Vorgesetzten oder Kunden) tun. Am Altar sollen die Gottesdienstteilnehmer Geistliche erleben, die im Namen Jesu Christi sprechen. Das unterscheidet sich bewusst von einem Alltagsgespräch unter Freunden – nicht nur inhaltlich, sondern auch in der Wortwahl.
Wir geben einander Feedback und machen uns in Liebe darauf aufmerksam, wenn aufgrund der Sprache die Heiligkeit des Gottesdienstes gefährdet scheint. Rückmeldungen zu konkreten, unpassenden Formulierungen helfen dem/der betroffenen Geistlichen mehr als pauschale Bemerkungen.
Nein, die Anleitung Musik bleibt verbindlich und wird von der neuen Regelung der Sprache in den Gottesdiensten der Deutschschweiz nicht tangiert.
Ja. Auf dem Begleitblatt für den Gottesdienst kann angegeben werden, ob der Gottesdienst in Standardsprache oder in Mundart gehalten werden soll. Es liegt in der Verantwortung des Bezirks- und Gemeindevorstehers, die passende Sprachvariante vorzuschlagen.
Gemäss dem Grundsatz, dass niemand dauerhaft ausgeschlossen werden soll, finden die IPTV-Gottesdienste konsequent in Standardsprache statt.
Eine Absprache im Vorfeld empfiehlt sich. Im Zweifelsfall direkt mit dem Gemeindevorsteher der Gastgemeinde klären.
Mundart ist beispielsweise zurzeit nicht möglich, weil einzelne Geschwister in der Gemeinde diese Sprachform überhaupt nicht verstehen.
Dafür gibt es keine Patentlösung. Ziel für die Gemeinde ist eine von allen mitgetragene Lösung, die niemanden blossstellt, zum Beispiel durch namentliche Erwähnung («Aus Rücksicht auf Familie x können wir leider nicht…»).
Es darf darauf hingewiesen werden, dass Vielfalt in der Kirche seit jeher (zum Beispiel Heiden- und Judenchristen in den ersten Gemeinden) gleichzeitig Herausforderung und Bereicherung ist. Alle können aus einem Gottesdienst etwas mitnehmen, wenn der einzelne Teilnehmer vom Anspruch Abstand nimmt, jedes Wort verstehen zu müssen.
Die neue Sprachregelung ist eine Chance, sich mit der Wirkung der Sprache auseinanderzusetzen, sowohl mit Mundart als auch mit Standardsprache.
Es ist genau nicht das Ziel, einheitliche Regelungen für alle Gemeinden der Deutschschweiz festzulegen. Entsprechend den lokal vorhandenen Bedürfnissen können auf Stufe Gemeinde Regelungen getroffen werden. Auf Stufe Bezirk soll der Erfahrungsaustausch unter den Gemeindevorstehern gefördert werden. Es geht um Verantwortung und Freiheit, die man vor Ort nutzen darf. Möglichkeit statt Pflicht als Grundhaltung.
Die Umsetzung der neuen Möglichkeit soll als Prozess betrachtet werden. Die am besten passende Lösung für die Konstellation einer Gemeinde und ihrer Geistlichen zeigt sich vielleicht erst nach einer gewissen Zeit. Auf dem Weg dahin können verschiedene Varianten ausprobiert werden. Wichtig dabei ist der Austausch unter den Geistlichen, aber auch mit den Geschwistern, was die Bedürfnisse am besten erfüllt.
Denkbar sind Regelungen, die eine gewisse Planbarkeit und Regelmässigkeit ermöglichen:
Zum Beispiel am 1. Sonntag des Monats Standardsprache, am 2. Sonntag Mundart usw.
Ja, die folgenden Beiträge setzen sich mit dem Thema Mundart im Gottesdienst auseinander:
Liturgisches Institut - Dialekt im Gottesdienst:
https://www.liturgie.ch/hintergrund/liturgische-zeichen/wort-und-schweigen/53-dialekt-im-gottesdienst
Heilige Mundart – mit der Sprache des Herzens näher zu Gott?
Sendung «Perspektiven» vom 23.03.2024 auf Radio SRF:
https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/din-wille-soell-gscheh-heilige-mundart-mit-der-sprache-des-herzens-naeher-zu-gott
Artikel «Dialekt im Gottesdienst: «Gerade die Lebendigkeit der Mundart kann Liturgie bereichern und vertiefen»» vom 21.1.2024 auf kath.ch:
https://www.kath.ch/newsd/dialekt-im-gottesdienst-gerade-lebendigkeit-der-mundart-kann-liturgie-bereichern-und-vertiefen/
Artikel ««Es soll von Herzen kommen»: Theologe Stephan Schmid-Keiser über Mundart im Gottesdienst» vom 7.1.2024 auf kath.ch:
https://www.kath.ch/newsd/es-soll-von-herzen-kommen-theologe-stephan-schmid-keiser-ueber-mundart-im-gottesdienst/
Artikel «Hochdeutsch oder Mundart im Gottesdienst?» auf gottesdienst-ref.ch:
https://www.gottesdienst-ref.ch/liturgie-boerse/diskussionsbeitrage/hochdeutsch-oder-mundart-im-gottesdienst