Gemeinde-
und Bezirkssuche

Den Glauben leben

03.05.2020

Der Wortgottesdienst vom Sonntag, 3. Mai 2020, wurde via Internet und Telefon aus der Neuapostolischen Kirche Zürich-Affoltern live übertragen. Apostel Thomas Deubel diente den in der deutschsprachigen Schweiz angeschlossenen Glaubensgeschwistern mit einem Bibelwort aus Micha 7,7: „Ich aber will auf den Herrn schauen und harren auf den Gott meines Heils; mein Gott wird mich erhören.“

 
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Zur Zeit des Propheten Micha lebten die Menschen nicht so, wie es Gott gefiel. Micha machte auf die Missstände aufmerksam und bemühte sich, die Menschen zu einem Gott wohlgefälligen Leben zurückzuführen. Er ermahnte sie, das Wort Gottes zu halten, Liebe zu üben, demütig zu sein und kündigte ihnen den Erlöser an, der das Heil für alle Menschen möchte. Aufschauen zum Herrn, der uns das Heil bringt, der uns segnen, uns helfen möchte, in ewiger Gemeinschaft mit ihm zu sein. Genau das liegt in diesem Wort und hat ebenso Gültigkeit für uns, bekräftige der Apostel.


Dem Ruf Jesu folgen
Die Jünger befanden sich mit ihrem Boot auf dem See und ein Sturm zog auf. Jesus ging ihnen auf dem Wasser entgegen. Sie sahen ihn, waren sich nicht sicher, ob es Jesus war. Petrus rief ihm zu: «Herr, bist du es, so befiehl mir, zu dir zu kommen auf dem Wasser». Und er antwortete: «Komm her!» Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser Jesus entgegen. Apostel Deubel sagte dazu: «Klar hat er gezweifelt, nach unten geschaut und begann zu sinken. Wo Glaube ist, ist auch Zweifel. Aber er ist dem Ruf Jesu gefolgt, und als er in Not kam, bat er ihn um Hilfe. Petrus hat geglaubt und auf den Herrn vertraut. Darin liegt das Heil, Gemeinschaft zu haben mit Jesus Christus und auf dem Weg des Glaubens, den wir gehen, vom Herrn erhört zu werden.


Schauen wir uns ein kleines Kind an, das gehen lernt. Da ist der unbändige Wille vorhanden, gehen zu können. Es steht auf, macht zwei, drei Schritte, fällt hin, steht wieder auf – bis es sicher gehen kann. Dieser Wille zu glauben, und dem Ruf Jesu zu folgen, ist das Wichtigste, um das Heil, die Gemeinschaft mit Gott zu erlangen.


Glauben und vertrauen
«Ist es schwierig, an Gott, den Vater zu glauben?». Nein, es ist relativ einfach an Gott zu glauben, der alles geschaffen hat. Es ist auch relativ einfach, an den Sohn Gottes zu glauben, der auf die Erde kam, das Evangelium und schlussendlich das Opfer brachte und zugesagt hat, wiederzukommen.


Glauben ist jedoch mehr als das. Es bedeutet, in allen Lebenslagen Gott zu vertrauen. Wenn wir in einer schwierigen Situation sind und beispielsweise im Gottesdienst hören, dass uns alles zum Besten dient, wird das Glauben schon schwieriger. Wir benötigen den Herrn jeden Tag, damit wir das Evangelium Jesu Christi auch leben können.


Dienen von ganzem Herzen
Apostel Deubel gibt dazu ein anschauliches Beispiel: Junge Menschen fragen einen weisen, alten Mann: «Weshalb bist Du so glücklich? Was ist dein Geheimnis?» Er antwortet ihnen: «Wenn ich bete, bete ich, wenn ich esse, esse ich.» Das würden sie auch tun, sagen die Jungen. Der weise Mann verneint: «Wenn ihr betet, denkt ihr, was ihr nach dem Essen macht, wenn ihr esst, denkt ihr darüber nach, was ihr am Nachmittag tun werdet».


Das bedeutet für uns: wenn wir im Gottesdienst sind, dann sind wir im Gottesdienst und wenn wir beten, beten wir und sind mit unseren Gedanken nicht irgendwo, sondern konzentrieren uns auf das, was wir tun. Schauen wir auf den Herrn, er ist unser Vorbild. Der Sohn Gottes hat immer zu seinem Vater aufgeschaut, hat nichts ohne Gebet gemacht, hat Gott gedankt, oft im Voraus. Er hat niemanden verurteilt, war bei den Schwachen, hat sich um sie gekümmert, hat Mut zugesprochen, hat geglaubt, wo andere nicht mehr glaubten. Er hat mit dem ganzen Herzen gedient. Dienen auch wir mit ganzem Herzen und bringen dem Nächsten Wertschätzung entgegen. Und danken wir, wenn für uns etwas getan wird.


Nehmen wir diese Gedanken mit in die nächste Woche und versuchen wir, Glaube und Evangelium bewusst zu leben.


Wie der Prophet Micha hatte auch Josua Ähnliches erlebt, sagte Bischof Rudolf Fässler in seinem Predigtbeitrag. Er hatte Krisen, Not, Kriege, Ängste, auch Wunder erlebt. Vor allem aber, dass Gott mit dem Volk und mit ihm war. Er ist im Glauben gereift und konnte sagen: «Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen.» Wie gross ist es, wenn in uns der Entschluss reift: «Ich will glauben, will Gott vertrauen, egal was auf mich zukommt. Ich glaube, dass Jesus wiederkommt, und ich will mich zu- und vorbereiten auf den Tag des Herrn.» Nehmen wir uns die Freiheit zu sagen: «Ich aber…». Das befreit uns und bringt das Wichtigste in den Mittelpunkt – auf Gott zu schauen.