Im Zentrum der Tagung der Ökumenebeauftragten aus der Schweiz und Österreich am 4. Juli 2026 in Zürich stand die Frage, wie die Einheit der Christen heute konkret gelebt und die Zusammenarbeit der Kirchen weiter gestärkt werden kann. Ausgehend von Johannes 17 und Epheser 4 wurde deutlich: Trotz unterschiedlicher Traditionen sind Christinnen und Christen durch den gemeinsamen Glauben an Jesus Christus miteinander verbunden. Die Einheit der Kirche bleibt ein zentraler Auftrag des Evangeliums.
Die Charta Oecumenica als Wegweiser
Ein Schwerpunkt der Tagung war die überarbeitete Charta Oecumenica. Sie greift aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen auf und behandelt Themen wie Frieden, Gerechtigkeit, Migration, Klimaschutz, Jugendförderung, interreligiösen Dialog sowie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz.
Die Charta versteht sich als freiwillige Selbstverpflichtung der Kirchen, gemeinsam Verantwortung in Kirche und Gesellschaft zu übernehmen und christliches Zeugnis in einer sich wandelnden Welt abzulegen.
Ökumene in Respekt und Partnerschaft leben
Die Bedeutung der ökumenischen Zusammenarbeit für die Neuapostolische Kirche wurde besonders hervorgehoben. Sie versteht sich nicht als Konkurrentin anderer Kirchen, sondern als Partnerin im gemeinsamen Auftrag, Menschen zu Christus zu führen. In den Gesprächen über Gottesdienste, Gebete und liturgische Traditionen wurde betont, dass Ökumene von gegenseitiger Wertschätzung lebt, ohne die eigene Identität aufzugeben.
In verschiedenen Workshops setzten sich die Teilnehmenden am Nachmittag mit Themen wie Jugend, Frieden, Schöpfungsverantwortung, interreligiösem Dialog und gesellschaftlichen Entwicklungen auseinander. Dabei wurden die Inhalte vertieft und konkrete Möglichkeiten aufgezeigt, wie christliche Gemeinschaft und Zusammenarbeit gelebt werden können.
Ermutigende Erfahrungen und Ausblick
Die ökumenische Arbeit in den Gemeinden hat in den vergangenen Jahren viel Vertrauen geschaffen und zahlreiche gemeinsame Projekte ermöglicht.
Die Tagung machte deutlich: Die neue Charta Oecumenica lädt dazu ein, die Einheit der Christen bewusst zu leben, voneinander zu lernen und gemeinsam Zeugnis für Jesus Christus abzulegen. Das Verbindende ist dabei stärker als das Trennende. Darin liegt eine grosse Chance für die Kirche Christi in unserer Zeit – und ein ermutigender Auftrag für die Zukunft.