Trost empfangen, um trösten zu können

12.07.2026

Die kleine Gemeinde Erstfeld erlebte am Sonntag, 12. Juli 2026, mit dem Gottesdienst durch Apostel Christophe Domenig einen ereignisreichen Sonntagmorgen. Die Versiegelung eines Glaubensbruders, die Spendung des Heiligen Abendmahls für die Seelen aus dem Jenseits sowie die Ordination einer Priesterin bildeten die Höhepunkte.

Nach dem Gesang des Eingangsliedes „Es lebt in meinem Herzen“ und dem Gebet las der Dienstleiter den Bibeltext als Grundlage für den Gottesdienst aus 2. Kor. 1, 3.4: „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis, damit wir auch trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott.“

Auf den Inhalt des Liedes eingehend, erwähnte der Apostel, wie wichtig es sei, sein Herz zu öffnen. Möglicherweise sind wir bedrückt und verschliessen unser Herz, wie ein Teenager, der sich in seinem Zimmer einschliesst. Dazu erinnerte er an die Begebenheit mit Lazarus, dem Jesus zugerufen hatte „Komm heraus!“ Er regte an, heute aus den eigenen belastenden Verhältnissen herauszutreten und das Wort Gottes und seinen Trost anzunehmen.

Zum Bibelwort

  • Der Apostel schilderte, wie Paulus leiden musste, drangsaliert wurde. Er hat die Beziehung zu seinem Herrn bewahrt, hat die Kräfte von Gott und die Verbindung zu ihm stets gesucht. Darin hat der Schreiber des Briefes an die Korinther die Grösse Gottes erlebt und konnte deshalb die vorgelesenen Aussagen aufschreiben. Sie wirkten als Trost für seine Mitmenschen.
  • Der Prediger nannte die Botschaft dieses Gottesdienstes: Wir trösten unseren Nächsten, weil Gott uns getröstet hat.
  • Er erläuterte, wie wir manchmal eine Hilfe ablehnen. Wenn wir aber in einem Loch stecken, ergreifen wir gerne eine ausgestreckte Hand, weil wir so herauskommen. Ergreifen wir die helfende Hand Gottes, in welcher Form sie auch erscheint. Gott hat immer ein offenes Herz für uns und unsere Sorgen.
  • Die Anwesenden wurden aufgefordert, schwierige Verhältnisse loszulassen und Gott zu vertrauen. Dessen Hilfe besteht darin, den Frieden wiederzufinden, wie er uns nach der Freisprache zugesprochen wird.
  • Manchmal sind wir untröstbar, weil wir nicht bereit sind, uns zu versöhnen. Dann kann eine Unzufriedenheit im Herzen wachsen. Haben wir alles getan, um den Frieden zu finden?
  • Durch die Bitte um Vergebung kann die Seele wieder frei werden. Wir sollen weitergeben, was wir erfahren haben.
  • Der Geistliche beschrieb die Situation einer Mutter, die ihr verletztes Kind tröstet, ihm ihre Fürsorge zeigt und fühlen lässt, dass sie nahe bei ihm ist. Dies ermöglicht dem Kind, wieder weiterzugehen.
  • Auch wenn unsere Seele leidet, braucht sie Zeit für die Heilung. Es braucht die Kraft aus den Sakramenten und den Willen, Schmerzen zu überwinden.

Durch die Liebe zu Gott können wir Verhältnisse annehmen, weil wir erkennen, er ist stets bei mir. Wir bemühen uns, die tröstenden Worte im Alltag zu hören. Das gibt Kraft und Zuversicht sowie das Bewusstsein: ich kann auf Gott in jeder Situation zählen. So werden wir gesegnet und können daraus unseren Mitmenschen helfen und sie trösten.

Predigtbeitrag

Das Lied des Chores beschrieb die Herzenseinstellung, still und demütig zu sein. So können wir Gott hören und erkennen, dass ER alles ist in unserem Leben. Ein scheinbares Unglück kann zum späteren Glück werden. Mit dieser Kraft können wir den Menschen um uns Trost spenden.

Sakramentarischer Teil

Nach dem gemeinsamen Gebet „Unser Vater“ und der Sündenvergebung spendete der Apostel einem Glaubensbruder die Gabe des Heiligen Geistes. Nach dem Heiligen Abendmahl und einem Lied des Chores legte der Apostel die Hostien für die Seelen aus der jenseitigen Welt in die Hände von zwei priesterlichen Amtsträgern. Ein Klavierstück ermöglichte es den Anwesenden, sich mit heimgegangenen Seelen zu verbinden.

Schliesslich machte der Dienstleiter der Gemeinde ein Geschenk: Eine Diakonin wurde als Priesterin ordiniert.