Im Anschluss an die Delegiertenversammlung der Neuapostolischen Kirche Schweiz hielten Apostel und Bischöfe, begleitet von Bezirksämtern, Gottesdienste in Gemeinden des Kirchenbezirks Zürich-See. In der Kirchgemeinde Zürich-Affoltern legte Bezirksapostel Thomas Deubel dem Gottesdienst das Bibelwort aus Jeremia 29,11 zugrunde: „Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“
Der Bezirksapostel stellte diese Zusage in den Zusammenhang des Volkes Israel im Exil: Heimat, Tempel und vertraute Sicherheit waren verloren gegangen. Gerade in dieser Lage habe Gott seinem Volk Zukunft und Hoffnung zugesprochen. Diese Zusage gelte auch heute: Gott bleibe bei den Menschen; entscheidend sei, dass der Mensch bei Gott bleibe.
Dabei griff Bezirksapostel Deubel den Chorgesang zu Beginn des Gottesdienstes auf. In den Liedern sei die Bitte hörbar geworden, dass der Herr bei den Seinen bleibe. Diese Bitte dürfe mit Gewissheit verbunden werden: Gott schenke Trost, lehre beten, gewähre Gnade und gebe Kraft, das Böse mit Jesus Christus zu überwinden.
Mit Blick auf Leid, Krieg und Unfrieden erinnerte der Bezirksapostel an den freien Willen des Menschen. Gott nehme dem Menschen diese Freiheit nicht weg. Der Glaube halte dennoch daran fest: Gott ist Liebe. Seine Gedanken des Friedens seien in Jesus Christus zur Tat geworden. In ihm habe Gott die Grundlage geschaffen, damit Menschen erlöst, versöhnt und in seinen Frieden geführt werden können.
Frieden beginne im Kleinen, sagte Bezirksapostel Deubel weiter. Wahrheit ohne Liebe könne verletzen, Liebe ohne Wahrheit unehrlich werden. Wahrer Friede entstehe dort, wo Wahrheit über den Menschen und Liebe zum Menschen in Jesus Christus zusammenkommen. Wer Frieden stiften wolle, müsse vergeben können und auch bereit sein, auf etwas zu verzichten.
Auch mit Blick auf die Seelen in der jenseitigen Welt gelte der Ruf Gottes: Komm! Durch sein Wort, durch die Sakramente und durch die Nähe in Christus wolle Gott Frieden schenken. Im Heiligen Abendmahl werde diese Nähe erfahrbar; in der Sündenvergebung werde den Gläubigen der Friede des Auferstandenen zugesprochen.
In den weiteren Predigtbeiträgen wurde der Gedanke des Friedens vertieft. Der Bezirksvorsteher aus Bern-Süd hielt fest, dass Gottes Liebe Frieden im Herzen wecke. Dieser Friede müsse jedoch bewahrt und immer neu entwickelt werden. Auch alte Konflikte und ungelöste Geschichten sollten nicht dauerhaft verschlossen bleiben, sondern mit Gottes Hilfe geordnet und dem Frieden zugeführt werden.
Der Bezirksvorsteher aus Basel betonte, dass innerer Friede wichtiger sei als äussere Umstände. Gesundheit und Wohlergehen seien wertvoll, doch auch gesunde Menschen könnten unzufrieden sein, während Kranke inneren Frieden haben könnten. Gottes Wort, Sündenvergebung und Heiliges Abendmahl machten das Herz rein, stärkten den Frieden und führten „himmelwärts“.
Vor der Feier des Heiligen Abendmahls fasste Bezirksapostel Thomas Deubel die Botschaft zusammen: «Gott ist Liebe und seine Gedanken sind die des Friedens. Der Friede des Auferstandenen komme den Menschen nahe, wie Christus zu seinen Jüngern gekommen sei und ihnen zugesprochen habe: Friede sei mit euch. Dieser Friede solle immer wieder gesucht werden – im eigenen Herzen, in der Gemeinde und im Blick auf die Seelen in der jenseitigen Welt.
Zum Schluss betonte der Bezirksapostel, er habe sich in Zürich-Affoltern willkommen und in der Gemeinde wohlgefühlt. Er dankte allen Beteiligten und würdigte den Chorgesang als stimmungsvoll und passend zur Botschaft des Gottesdienstes.