„Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ Das Bibelwort aus Markus 9, 24 bildete die Grundlage für das Dienen des Bezirksapostels im grossen Festzelt des Summer Camps 2025. Nachdem sich die Gemeinde gemeinsam mit Band und Chor mit dem eigens fürs Camp komponierte Lied „Festival of Faith“ auf den Gottesdienst eingestimmt hatte, zeigte der Bezirksapostel den jungen und junggebliebenen Gläubigen auf, wie oft sich das eigene Glaubensleben in einem Spannungsfeld befindet:
- Heilige Schrift: Die Bibel ist ein von Menschen geschriebenes und vom Heiligen Geist inspiriertes Buch. Durch die Unvollkommenheit des Menschen ergeben sich darin widersprüchliche Aussagen. Die Essenz aber – der heilsrelevante Inhalt – ist stimmig. Ein Spannungsfeld.
- Das Dienen durch Geistliche am Altar: Nicht jedes von Menschen ausgesprochene Wort ist inspiriert durch den Heiligen Geist. Es kann Widersprüche geben. Die Essenz aber – Wichtiges für unseren Glauben – ist die Wahrheit vom Heiligen Geist. Ein Spannungsfeld.
- Entschlafenenwesen: Diese wunderbare Besonderheit des Neuapostolischen Glaubens lässt viele Fragen offen. Wir wissen nicht, wie genau die Gnadenhandlungen Gottes an den jenseitigen Seelen funktionieren. Wichtig ist die Essenz: Jesus hat die Verstorbenen lieb und dich auch! Ein Spannungsfeld.
Bevor der Bezirksapostel Wege aufzeigte, wie ein lebendiges Glaubensleben gelingen kann, demonstrierte er anhand von Beispielen, dass glauben durchaus manchmal herausfordernd sein kann. Beispielsweise:
- Jesus Christus ist Gottes Sohn und hat das Böse besiegt. Schauen wir uns um; das Böse „wütet“. Irgendwann wird es aber die Macht verlieren. Kannst du das glauben?
- Die Lehre Jesu ist perfekt. Viele Erfolge werden aber zum Beispiel mit kleinen Lügen erreicht. Doch nur Jesu Lehre führt zum Heil. Kannst du das glauben?
„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht." (Hebräer 11, 1)
„Glaube ist eine immer wiederkehrende Entscheidung!“, ruft der Bezirksapostel der Gemeinde zu. Eine Antwort auf die Frage: „Will ich mit Jesus in eine Beziehung gehen, will ich meine Beziehung zu Jesu verstärken?“ Eine bejahende Antwort bringe Veränderung, die Umsetzung sei aber nicht immer einfach. Das Spannungsfeld bleibe bestehen. Anhand von fünf Sprossen einer Leiter zeigte er den Weg „nach oben“ zu einem lebendigen Glaubensleben:
- Ja, ich will glauben, ich weiss aber nicht, was ich machen soll.
- Ich will wissen: Wie kann es gelingen?
- Ich weiss nun, was ich machen kann, ich will es versuchen.
- Ich realisiere: Es funktioniert!
- Ich habe es geschafft!
Dass dieser Weg möglich ist, zeigte der Bezirksapostel mit folgenden Tipps:
- Du suchst Jesus. Sprich zuerst mit ihm, offen und ehrlich, was durch dein Herz zieht. Baue eine Verbindung auf. Bete.
- Lies in der Bibel. Du lernst Jesu besser kennen. Lesetipp: Beginne mit dem Johannes-Evangelium.
- Suche Stille. Sprich mit Jesu und höre ihm zu. Das ist Beziehungspflege.
- Suche den Austausch mit anderen. Suche die Gemeinschaft.
- Sei geduldig. Gott zeigt sich, er ist da!
Folgende Veränderungen werden eintreten, Glaube wird lebendig:
- Es entwickelt sich ein Vertrauen in die Führung Gottes.
- Das Denken und Handeln gleicht sich immer mehr an Jesu Wesen an.
- Vergebung wird möglich.
- Mut hilft durch schwierige Momente hindurch.
Zum Schluss seines Predigtbeitrags wünschte sich der Bezirksapostel, dass sich alle auf ein herzliches Miteinander, auf ein gegenseitiges Geben und Nehmen, auf ein gegenseitiges Schenken und Bekommen fokussieren.
Eine kleine Möglichkeit dazu ergab sich im anschliessenden gemeinsamen Loben und Preisen. Angeführt und geleitet durch die Musizierenden des Orchesters, der Band und des Chores stimmten alle in einen gemeinsamen Lobpreis ein, bevor die Bischöfe Wihler und Fässler an den Altar traten.
Bischof Wihler: Glauben heisst auch zu akzeptieren, dass die Menschen nicht alles verstehen und wahrnehmen können. Glauben heisst, durchlässig zu sein für Gottes Wirken. Gott wird immer Wege finden, uns zu berühren. Zweifel kann entstehen, entscheidend ist, den Wunsch zu haben, glauben zu können und sensibel auf Gottes Wirken zu sein.
Bischof Fässler: Gott hilft, wenn er Glauben sieht. Glaubwürdig gelebter Glaube hat Ausstrahlungs- und Anziehungskraft.
In den einleitenden Worten zur Feier des Heiligen Abendmahls erwähnte der Bezirksapostel nochmals das Spannungsfeld, das unseren Weg hin zu einem lebendigen Glauben beeinflusst und wies auf die zentrale Bedeutung des Heiligen Abendmahls in diesem Prozess hin. Das Heilige Abendmahl selber bewirke keine Veränderung, es stärke, damit unsere Versuche zu glauben, gelingen können: „Ich komme, ich nehme es und nehme es mit in mein Leben.“
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls für die Entschlafenen, dem Schlusssegen und einem kräftigen 3-fachen Amen liess der Chor mit „Because He lives“ den Gottesdienst ausklingen.
Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist. Das galt auch für das wunderbare Erleben der letzten fünf Tage. Schon war es Zeit, danke zu sagen. Viele motivierte, freudige, fleissige und zuverlässige Hände hatten dieses Camp mit ihrer Arbeit überhaupt möglich gemacht. Unter einem herzlichen Applaus durften die verschiedenen Arbeitsteams den Dank persönlich auf der Zeltbühne entgegennehmen. Am Ende liess es sich der Bezirksapostel nicht nehmen, dem Kernteam mit einem persönlichen Geschenk einen speziellen Dank auszusprechen und den Teilnehmenden dabei zu verkünden: We see us in 2027!
Mit einem letzten Soft-Ice in der Hand galt es nun, die Heimreise anzutreten.
Und für alle, die dieses Glaubensfest nachklingen lassen wollen:
Hier kannst du den Summer-Camp-Song anhören: https://bit.ly/Glaubensfest.
Eindrücke in Bild und Ton: https://www.instagram.com/summercamp_nak_ch
Fotoalbum: https://drive.google.com/drive/folders/1gG1EwoFU3PkwfT2z8NhaSJoz9axX9EM3?usp=sharing
Text: Anita Bühlmann