In der neuapostolischen Kirchengemeinde in Lausanne diente der Stammapostel am Sonntag, dem 6. Juli 2025, mit dem Bibelwort aus Johannes 11,43: «Als er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: ‚Lazarus, komm heraus!»
Seine Predigt stützte sich auf die biblische Geschichte der Auferweckung des Lazarus. Dabei betonte er, dass die Wunder Jesu Zeichen seiner göttlichen Sendung sind. Sie hatten nicht das Ziel, einzelne Probleme zu lösen, sondern offenbarten, wer Jesus ist, warum er gekommen ist und wozu er die göttliche Macht empfangen hatte. Die zentrale Botschaft Jesu lautete: «Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.»
Diese Worte gelten nicht nur für die Lebenden, sondern auch für die Seelen in der jenseitigen Welt. Der Ruf «Komm heraus!» ist eine Einladung an alle – Lebende wie Verstorbene –, sich auf den Weg zu Gott zu machen. Wer erlöst werden will, muss bereit sein, seine persönliche „Höhle“ zu verlassen: die Sünde, die Resignation, die Isolation oder auch die eigene Komfortzone – und Jesus nachzufolgen. Der Glaube darf nicht stagnieren, sondern muss lebendig bleiben. Die Nachfolge Christi verlangt Veränderung, Umkehr und Vergebung.
Der Stammapostel verwies dabei auf die Glaubensgeschwister in der Ukraine und in Russland, die trotz schwieriger Lebensumstände ihrem Glauben treu bleiben. Ihr Beispiel soll uns mahnen, in unserem, vergleichsweise bequemen Umfeld nicht nachzulassen in der Nachfolge Christi.
Er rief die Gläubigen zur aktiven Mitarbeit in der Kirche auf. Dabei erinnerte er an das Lazarus-Wunder, bei dem Jesus den Stein vor dem Grab nicht selbst wegrollte, sondern die Menschen aufforderte, ihn zu beseitigen. Dieses Bild verdeutlicht, dass Gott uns in den Erlösungsprozess einbindet und uns bittet, Hindernisse – „Steine“ wie Vorurteile, Stolz oder geistliche Bequemlichkeit – in unserer Kirche und in unserem Leben zu beseitigen.
Indem wir Vorurteile ablegen, anderen helfen und selbst mutig aus der Komfortzone heraustreten, tragen wir dazu bei, dass alle Seelen den Zugang zu Christus finden. Der Ruf „Komm heraus!“ bleibt dabei stets eine liebevolle Bitte – kein drohender Befehl –, eine Einladung, sich von Gottes Gnade erneuern zu lassen und gemeinsam den Weg zur himmlischen Gemeinschaft zu gehen.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls spendete der Stammapostel die Sakramente an die Seelen in der jenseitigen Welt und zeigte auf, dass viele dieser Seelen ein ganz anderes Bild von Gott hatten – als strafend und fern. Nun haben sie erkannt: Gott hat sein wahres Wesen in Jesus Christus offenbart. Er ist ein naher Gott – ein Gott der Liebe, der Gnade und Barmherzigkeit –, ein Gott, der versteht, der liebt und retten will.