Die Worte „Lernt von mir“ aus Matthäus 11,29 dienten Bezirksapostel Thomas Deubel als Grundlage für seine Predigt für die Geistlichen. Dieser Gottesdienst von Sonntag, 10. November 2024, fand in der Neuapostolischen Kirche in Winterthur statt und wurde per IPTV in den gesamten Bezirksapostelbereich Schweiz übertragen.
Nach seinem persönlichen Herzensdank an die Adresse aller Geistlichen aktiv und im Ruhestand und ihrer Partnerinnen und Partner verwies er auf den Auftrag, den die Geistlichen erhalten haben: Gott und dem Nächsten dienen.
Die Apostel sind berufen, die Braut Jesu Christi vorzubereiten. Dies können sie nicht alleine tun, so der Bezirksapostel. Weiter sagte er: „Ich, die Apostel und Bischöfe sind sehr dankbar, dass es euch gibt. Ihr habt „ja“ gesagt zu dieser wunderbaren Aufgabe, die euch von Gott anvertraut wurde. Wir tun viel, aber wir dürfen dabei nie vergessen, dass es dabei auch um das Heil unserer eigenen Seele geht. Unsere Erfolge haben keinen Einfluss auf unser Heil. Was zählt, ist die Entwicklung in unseren Herzen und unserer Seele. Schauen wir auf Jesus Christus. Er ist unser Vorbild.“
Lernt von mir
Was heisst lernen? Der Bezirksapostel nannte als Beispiel das Erlernen einer Fremdsprache. Zuerst kauft man sich ein Buch mit Grundwortschatz, entscheidet sich für einen Kurs. Entscheidend sind neben der Motivation, die Disziplin und die Regelmässigkeit, diese Sprache zu üben. Wer eine Sprache lernen will, muss in sie eintauchen, muss bereit sein zu sprechen, sich korrigieren zu lassen. Irgendwann kommt vielleicht das Gefühl auf, nicht weiterzukommen. Aufgaben werden nur noch erledigt, um den Lehrer zufriedenzustellen, ohne dabei etwas zu lernen.
Das Beispiel zeigt eine Parallele zum Glauben. Der Bezirksapostel sagte dazu: „Die Aufgaben als Geistliche sind vielfältig - es wird sehr viel getan. Es besteht aber die Gefahr, dass bei all der Zeit und Arbeit das Heil der eigenen Seele vergessen wird. Deshalb ist das kontinuierliche Lernen von Jesus Christus, das Eintauchen in seinen Wandel so wichtig.
Liebe
Den Nächsten zu lieben ist nicht immer einfach und will gelernt sein. „Ich möchte“, so der Bezirksapostel, „dass wir lernen, die Menschen durch die Augen Gottes zu betrachten. Wenn wir das tun, entstehen weniger Vorurteile. Und ich möchte, dass wir uns selbst mit den Augen Gottes betrachten. Warum habe ich dies oder jenes getan? Weil ich es musste, oder aus Liebe zum Nächsten? Hier können wir alle dazulernen und Fortschritte machen.“
Ein Beispiel aus dem Alltag sind E-Mails: Wie ist der Tonfall der E-Mail? Bei Verärgerung ist es besser, vor dem Versand der E-Mail innezuhalten und den Empfänger durch die Augen Gottes zu sehen.
Demut
Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen gibt er Gnade. Demut vor Gott bedeutet anzuerkennen, dass er der Allmächtige ist. Jesus Christus lebte Demut vor und bezeichnete sie als unverzichtbare Voraussetzung für das Heil der Seele. Es geht nicht nur um Demut vor Gott, sondern auch um Demut gegenüber dem Nächsten. Das bedeutet beispielsweise, etwas annehmen zu können und sich selbst nicht für zu wichtig zu nehmen. Dies ist ein ständiger Lernprozess, dem wir alle unterworfen sind, führte der Bezirksapostel aus und bekräftigte: „Lerne, die Menschen durch die Augen Gottes zu betrachten, sie und ihre Gaben wertzuschätzen. Sei ein Dienender, der Nähe zeigt, der ansprechbar ist, der da ist.
Vergebung
Jesus sagte: „Lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.“ Die Vergebung ist ein wichtiger Teil davon. Dazu sagte der Bezirksapostel: „Wollen wir als Geistliche in der Seelsorge helfen, so müssen wir selbst Vergebung erfahren haben. Vergebung bedeutet, Ärger und Wut loszulassen und Frieden zu finden. Ich denke oft an den Moment, als die Menge den Stein in der Hand hielt, bereit, die Sünderin zu steinigen – voller Groll und Hass. Vergebung bedeutet, diesen Stein loszulassen. Der Preis dafür ist eine gewisse Macht, die wir verlieren müssen. Blicken wir auf Jesus Christus am Kreuz, der seinen Vater gebeten hat: „Vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!“. Und blicken wir dann durch die Augen Gottes auf den Nächsten. Wir werden erkennen können, dass jeder Mensch, auch wenn er uns verletzt hat, wertvoll ist, weil er Gottes Geschöpf ist. So lernen wir vergeben - Schritt für Schritt.“