Die Begrüssung war herzlich. Der Bezirksapostel wandte sich mit einigen Worten an die Mitglieder des Präsidiums und nannte dabei drei Punkte: «Als Erstes möchte ich mich bei der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz für die Aufnahme, das gemeinsame herzliche Miteinander, das wir als Neuapostolische Kirche in der AGCK Schweiz in diesem Kreis erleben, sehr herzlich bedanken.
Als Zweites - erlaubt es mir - einen kurzen Bogen vom Beginn der Kontakte bis zur aktuellen Gegenwart zu spannen. Dass wir heute hier sind, ist das Ergebnis von vielen tiefgehenden Gesprächen, zahlreichen Begegnungen im Rahmen ökumenischer Veranstaltungen, von der Offenheit, der Akzeptanz und dem Vertrauen von Christinnen und Christen wie Ihnen. Ich selbst durfte während mehrerer Jahre bis 2014 Teil dieser Gespräche und Begegnungen sein. Danach hatte ich andere Aufgaben innerhalb unserer Kirche wahrzunehmen, habe den Prozess stets mit grossem Interesse und Anteilnahme mitverfolgt.
Damit komme ich zum dritten und letzten Punkt. Ich bin heute als Kirchenpräsident der Neuapostolischen Kirche Schweiz hier. Diese Funktion habe ich jedoch nur noch wenige Tage inne. Am kommenden Sonntag werde ich im Gottesdienst in Bern-Ostermundigen von Stammapostel Jean-Luc Schneider, dem internationalen Kirchenleiter der Neuapostolischen Kirche, in den Ruhestand verabschiedet. Apostel Thomas Deubel wird im selben Gottesdienst als künftiger Kirchenpräsident und Bezirksapostel beauftragt werden.»
Am Tisch der christlichen Kirchen und Gemeinschaften
In seiner kurzen Ansprache an die Präsidiumsmitglieder brachte Apostel Thomas Deubel seine Freude und Dankbarkeit zum Ausdruck, dass die Neuapostolische Kirche mit am Tisch der christlichen Kirchen und Gemeinschaften sitzen und aktiv mitwirken darf. Weiter führte er aus: «Diesen Weg in der Ökumene möchten wir gemeinsam weitergehen, ihn pflegen, erweitern und dieses christliche Miteinander in Wort und Tat leben. Als Bezirksapostel sehe ich meine Aufgabe darin, die neuapostolischen Christen zu motivieren, sich vor Ort in den Kirchgemeinden auf lokaler und regionaler Ebene in der Ökumene zu engagieren und mitzuarbeiten. Die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz werde ich mit grossem Interesse begleiten und das christliche Miteinander fördern und unterstützen. Die Neuapostolische Kirche darf wie erwähnt am Tisch mit vielen anderen Kirchen sitzen. Sie soll nicht nur am Tisch sitzen, sondern den ihr möglichen Teil zu einer lebendigen und zukunftsorientierten Ökumene beitragen.
Der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz wünsche ich von Herzen viel Weisheit, Kraft, Geduld und Gottes Segen auf dem weiteren Weg, den die Neuapostolische Kirche aktiv mitgehen darf.»
Der Weg in die Ökumene
Die ersten gemeinsamen Gespräche fanden bereits 2002 statt und wurden in all den Jahren kontinuierlich weitergeführt. Die Veröffentlichung des Katechismus der Neuapostolischen Kirche im Jahre 2012 intensivierte den Prozess, der mit der Einsetzung einer gemeinsamen Gesprächskommission und schlussendlich im Juni 2021 mit der der Unterzeichnung der gegenseitigen Taufanerkennung und im Juni 2022 mit der Aufnahme als Vollmitgliedschaft einen guten Abschluss fand. Die Arbeit in und für die Ökumene geht jedoch weiter und als Teil derselben will die Neuapostolische Kirche auch in Zukunft ihren aktiven Beitrag zum gemeinsamen Miteinander leisten.
Die AGCK Schweiz
Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz – AGCK.CH – ist die einzige nationale ökumenische Plattform. Ökumene ist die Zusammenarbeit von Christinnen und Christen, die zwar unterschiedlichen theologischen Traditionen gehören, aber gemeinsam glauben, beten und das Evangelium in Wort und Tat verkünden wollen.
Die AGCK.CH fördert das theologische Gespräch und den Informationsaustausch unter den Mitgliedkirchen, organisiert oder fördert gemeinsame Aktionen und Projekte, vertritt gemeinsame Anliegen, informiert die Öffentlichkeit und engagiert sich bei der Bildung und Unterstützung von regionalen und kantonalen Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen.