In Verbindung bleiben - Frucht bringen

21.12.2025

Am Sonntag, 21. Dezember 2025 diente Bischof André Weidmann den Geschwistern der Gemeinde Elgg (Bezirk Winterthur).

Bibelwort:

Johannes 15,16: Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, auf dass, worum ihr den Vater bittet in meinem Namen, er’s euch gebe.

Bischof Weidmann sagte zu Beginn: „Als ich diesen Adventskranz angeschaut habe, habe ich mir überlegt, wie schön es doch ist, diese Entwicklung wahrzunehmen.“ Der Adventskranz zeigt Woche für Woche eine sichtbare Entwicklung: Eine Kerze mehr, ein Licht mehr. Dieses Bild darf uns auch im Glauben begleiten. Gott schenkt uns immer wieder Impulse – im Gottesdienst wie auch im Alltag. Durch den Heiligen Geist dürfen wir diese Impulse wahrnehmen, vor allem wenn wir unser Herz dafür öffnen.

Diese Impulse können unterschiedlich sein: Tröstend, herausfordernd oder richtungsweisend. Manchmal verstehen wir sie sofort, manchmal erst viel später. Doch Gott schenkt jedem von uns genau das, was wir brauchen. Diese Impulse können uns auch dazu bewegen, über unsere Gemeinschaft hinaus für andere Menschen da zu sein. Als Kinder Gottes sind wir eingeladen, diese Zeichen ernst zu nehmen, sie mitzunehmen und danach zu handeln, damit unser Glaube wachsen kann. Es soll eine Entwicklung stattfinden – so wie beim Adventskranz: Jedes Mal etwas mehr, ein Licht mehr.

Wie die Kerzen nach Weihnachten erlöschen und später neu angezündet werden, kann auch unsere Beziehung zu Gott mal stärker, mal schwächer sein. Der Gottesdienst hilft, diese Verbindung lebendig zu halten. Wir glauben an das vom Geist gewirkte Wort: Alles ist bei Gott möglich. Darin liegen Vergebung der Sünden, Kraft und Gnade. Die Heilige Schrift bezeugt diese Wahrheit und ist ein kostbarer Schatz für unser Leben. In den Evangelien begegnen wir Jesus – seinem Leben, seinem Tod und seiner Auferstehung. Wir glauben, dass er wiederkommen wird.

Im Johannesevangelium sagt Jesus: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt.“
Das ist Gnade. Gott hat sich zuerst für uns entschieden – aus Liebe. Diese Erwählung dürfen wir im Glauben mit einem bewussten Ja beantworten und ernst nehmen, indem wir nach Jesu Wort leben. Sie führt zu Demut, Dankbarkeit und Freude, denn Gott kennt uns. Er liebt uns trotz unserer Sünden und ruft uns dazu auf, Frucht zu bringen.

Jesus gebrauchte das Bild vom Weinstock und den Reben. Ohne die Verbindung zum Weinstock gibt es keine Trauben. So auch bei uns: Nur in der Verbindung mit Jesu können wir Frucht bringen. Ohne diese Verbindung bleibt Wachstum oberflächlich. Aber mit ihr werden unser Denken, Reden und Handeln von Christus geprägt.

„… dass ihr hingeht und Frucht bringt …“

Wie schön ist es, wenn es nicht nur beim Nehmen bleibt, sondern in uns der Herzenswunsch wächst, auch zu geben. Jesus hat die Jünger dazu bestimmt, Frucht zu bringen, weiterzugehen und von ihm zu sprechen. Auch uns hat er dazu bestimmt, aus der Verbindung mit ihm Frucht zu bringen.

Nicht alle sind berufen zu predigen, aber alle sind berufen, Gott zu bekennen und nach Jesu Vorbild zu leben. Diese gelebte Nachfolge ist die Frucht, zu der wir als Gotteskinder bestimmt sind. Wie die Rebe nur am Weinstock Frucht trägt, so wächst unser Glauben nur in der bleibenden Verbindung mit Jesus. Aus dieser Gemeinschaft heraus wird unser Leben von Christus geprägt – und diese Frucht wird spürbar und sichtbar.

Wie schön ist es, wenn wir darauf bedacht sind, diese Verbindung festzuhalten und ein offenes Herz dafür zu haben, was Gott uns schenkt. Vielleicht hält uns auch einmal jemand einen Spiegel vor und fragt: War das jetzt wirklich von Jesus geprägt? Liebe Geschwister, Glaube ist Entwicklung. Einmal gelingt es besser, einmal weniger. Doch wenn wir in dieser Verbindung bleiben und die Momente mit Gott im Alltag, im Gottesdienst und im Gebet bewusst leben, können wir wachsen.

Lassen wir zu, dass Gott unser Herz berührt. Er weiss, was wir für unsere Entwicklung brauchen. Das gibt uns Kraft und führt uns immer näher zu ihm. Ich hoffe sehr, dass dies ein Herzenswunsch ist – und auch der Wunsch, bereit zu sein, wenn er seinen Sohn wieder sendet. Wann das sein wird, wissen wir nicht.

Der Advent erinnert uns daran, wachsam zu bleiben. Wir kennen den Zeitpunkt nicht, aber wir wollen bereit sein: In der Nähe zu Gott, getragen von seiner Liebe. Diese Liebe gilt uns, trotz unserer Schwächen. Sie ist ein Geschenk – das Geschenk, ein Gotteskind zu sein, in der Nachfolge zu wachsen und auf die Wiederkunft Christi zu hoffen.