Wir feiern das Leben – hier wie drüben

06.07.2025

Am Sonntag, 6. Juli 2025, diente Apostel Reto Keller im Gottesdienst für Verstorbene der Gemeinde Oberwinterthur (Bezirk Winterthur). Auch die Jugend des Bezirks war dazu eingeladen. Als Grundlage verwendete der Apostel ein Bibelwort aus Psalm 40,17: „Lass deiner sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen; und die dein Heil lieben, lass allewege sagen: Der HERR sei hochgelobt!“

Apostel Keller begrüsste alle Anwesenden herzlich und brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, im gemeinsamen Glauben vereint zu sein. Dies im Vertrauen darauf, was der Chor sang: With you I can – mit Gott ist vieles möglich.

Der Gottesdienst stand im Zeichen des Lebens. Auch wenn in Liebe und Dankbarkeit der Verstorbenen gedacht wurde, war es keine Trauerfeier. Wehmut hatte ihren Platz, doch ebenso die tiefe Gewissheit, dass jene, die wir lieben, unserem Herzen weiterhin nahe sind.

Mit besonderen, in einer Traueranzeige gelesenen Worten sprach Apostel Keller Trost aus: „Diejenigen, die wir lieben, gehen nicht weg. Sie gehen jeden Tag neben uns her, ungesehen, ungehört, aber immer in der Nähe, immer noch geliebt, immer vermisst und uns sehr am Herzen“.

Es ist ein stilles, tiefes Erleben, das wir im Glauben haben dürfen. Die Liebe reicht über den Tod hinaus und im Glauben dürfen wir auf ein Wiedersehen hoffen. Der Tod ist nicht das Ende, sondern ein Übergang in eine andere von Gott geschenkte Daseinsform in der jenseitigen Welt.

 

Wir feiern das Leben – hier wie drüben

Gottes ewiges Wirken und Heil tragen und verleihen Hoffnung, Trost und Zuversicht. Es ist unsere tiefe Überzeugung, dass die heiligen Sakramente sowohl den Lebenden als auch den Seelen im Jenseits gelten. So entsteht eine heilige Verbindung zwischen Diesseits und Jenseits, eine Nahtstelle, an der sich Himmel und Erde berühren.

Gott lädt ein, hier wie drüben, jetzt an den Altar des Herrn zu kommen. „Und es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes (Lk 13,29)“. Aus allen Gegenden, aus allen Kulturen, aus allen Epochen und Zeiten versammeln sich Seelen, um in Gottes Gnade und Liebe aufgenommen zu werden.

Auch wir, mit all unserer Vielfalt, sind eingeladen, im Glauben Gemeinschaft zu erleben, verbunden miteinander und mit Gott. Apostel Keller ermutigte dazu, sich ganz auf das Wirken Gottes einzulassen und seine Nähe persönlich zu erfahren.

 

Heute ist Festversammlung!

Wie es im Hebräerbrief 12,22 heisst: „Ihr seid gekommen zu dem Berg Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu den vielen tausend Engeln und zur Festversammlung“.
So wie die Seelen in der jenseitigen Welt die Sakramente empfangen dürfen, erleben auch wir heute auf Erden das Wirken Gottes in besonderer Weise. Zwei Kinder empfangen die Heilige Wassertaufe und die Heilige Versiegelung und gemeinsam feiern wir das Heilige Abendmahl. Es ist eine Festversammlung, ein gemeinsames, heiliges Erleben von Diesseits und Jenseits. Das erfüllt uns mit tiefer Freude und Dankbarkeit.

 

Schön ist es, wenn ein Mensch beginnt, nach Gott zu fragen.

Diese Suche lässt sich nicht erzwingen. Es ist ein persönlicher, freier Weg, hin zum dreieinigen Gott. Wer nach ihm fragt, dem wird er sich finden lassen. Vielleicht wurde auch uns ein Impuls geschenkt, der uns diesen Weg eröffnet hat, hin zu einer lebendigen Beziehung mit Gott. Wie gut, wenn wir sagen können: Danke an jene, die uns Gott gezeigt haben. Denn wer Gott sucht und nach ihm fragt, der findet das Leben.

 

Fröhlich sein heisst, heiter und vergnügt zu sein

Das Leben mit Gott schenkt eine besondere Fröhlichkeit. Diese Freude ist mehr als ein Gefühl. Sie kommt aus der Gewissheit, dass Gott in unserem Leben wirkt. „Der HERR hat Grosses an uns getan, des sind wir fröhlich (Psalm 126,3)“. Ein schönes Beispiel dafür ist der Kämmerer aus Äthiopien. Ein angesehener Mann mit Verantwortung, unterwegs und vertieft in die Heilige Schrift. Da begegnete ihm Philippus und fragt: „Verstehst du, was du liest“? Die Worte waren dem Kämmerer fremd, doch Philippus erklärte sie ihm. Am Ende liess sich der Kämmerer taufen. Und dann heisst es: „Er aber zog seine Strasse fröhlich“. Wer sich auf den Weg mit Gott einlässt, darf ihn erleben und die Freude im Herzen spüren. Gotteskindschaft macht fröhlich, auch wenn das Leben nicht immer leicht ist. Für die Seele bleibt es ein Fest.

Apostel Keller sagte, dass er um die Lasten, die viele tragen, wisse: Trauer, Sorgen, Not, die die Fröhlichkeit im Leben strapazieren können. Doch gerade in solchen Momenten erlebte er die Kraft des Dennoch-Glaubens: "Dennoch bleibe ich stets bei dir. Dennoch hältst du mich bei meiner rechten Hand. Du führst mich auf meinem Weg und am Ende nimmst du mich in Gnaden an." Dieses Vertrauen, dieses innere Dennoch, das trägt. Es ist das Bewusstsein: Gott ist da und er tut Grosses.

 

Lasst freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen

Gott lädt uns ein in seine Nähe. Sein Herz ist offen, seine Hand ist ausgestreckt und wir dürfen sie ergreifen. Er sieht uns, er interessiert sich für dich und mich, er nimmt Anteil an unserem Leben in tiefer, göttlicher Liebe. Er hatte alle Menschen vor Augen, als er seinen Sohn Jesus Christus sandte.

In Psalm 14,2 heisst es: „Der HERR schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage“. Nach Gott zu fragen ist klug. Wir dürfen Gott persönlich fragen: Wo willst du mich hinhaben? Was ist dein Gedanke für mein Leben? Was ist dein Weg für mich? Was soll ich tun? Dieses nach Gott Fragen hat Wirkung. Gott schenkt Impulse. Manchmal klare Handlungsweisen, manchmal das stille Verweilen. Und dann kehrt Frieden in die Seele ein.

Lasst uns nach Gott fragen, lasst uns Christus erlebbar machen und dem Heiligen Geist Raum geben. Auch ein Leben mit Gott ist vielleicht nicht immer leicht, aber es ist nie einsam. Denn Jesus Christus ist alle Tage bei uns und die Engel Gottes begleiten uns auf allen Wegen.

 

In diesem Gottesdienst haben zwei Kinder die Sakramente der Heiligen Wassertaufe und der Heiligen Versiegelung empfangen. Ebenso konnte Apostel Keller für die Gemeinde eine Diakonin und einen Priester ordinieren sowie einen zugezogenen Priester im Amt bestätigen.