Am Sonntag folgte ein feierlicher Gottesdienst in der neuapostolischen Kirche Schaffhausen-Neuhausen mit Bezirksapostel Thomas Deubel. Als Textwort diente 1. Johannes 5, 4: "Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat." In seiner Predigt machte der Bezirksapostel deutlich: Wir sind auf Gott angewiesen.
Ein zentrales Thema war die demütige Haltung des Gläubigen, getragen durch die Gabe des Heiligen Geistes. Besonders betonte der Bezirksapostel das Einstehen für die Seelen, insbesondere im Hinblick auf den bevorstehenden Entschlafenengottesdienst.
Er sprach über die Herausforderung, eine neue Kreatur zu werden, über den Auftrag, die Welt im Sinne Jesu zu überwinden, und über die Kraft des Glaubens: „Der Glaube ist bei uns vorhanden – und aus unserem Glauben erkennen wir die Wirkungen Jesu.“ Dabei stellte er klar: Vollkommenheit ist nicht das Ziel – Gott verlangt sie auch nicht. Vielmehr geht es um die Haltung des Herzens.
Mit einem Augenzwinkern sprach er über menschliche Grenzen: „Wenn der Bruder sieben Mal an dir sündigt, vergib ihm. Ich persönlich hätte wohl spätestens beim fünften Mal gesagt: Jetzt längts!“ – und führte dies in das große Thema von Umkehr, Reue und Buße über, aus denen Gnade erwächst.
Die Verbindung von Altem und Neuem Testament zeigte: Damals wie heute sind Rechtschaffenheit, Glaube und Nachfolge entscheidend – nie aber Perfektion. Mit dem Beispiel des Petrus, der trotz vollmundiger Treue Jesu verriet und dann bitterlich weinte, wurde deutlich, was wahre Reue und Umkehr bedeuten.
Besonders berührend war der Verweis auf Lied 373: „Nimm, Herr, was ich bringen kann“ – ein Ausdruck schlichter Hingabe. Denn nicht die 150% zählen, sondern das offene Herz zur rechten Zeit. Auch dann, wenn wir müde sind. Wenn Gottes Ruf uns erreicht und die Liebe in uns erwacht, werden Kräfte frei.
Daraus folgt die Kernbotschaft des Gottesdienstes: Gott braucht dich.
Und wenn wir Gott nicht verstehen? Auch das darf sein. Schreien, klagen, sich auflehnen – aber dann: zur Ruhe kommen, zuhören, niederfallen – und glauben.
Impulse aus den Predigtbeiträgen:
Evangelist Marcel Schildknecht rief dazu auf, sich vom Geist Gottes leiten zu lassen: „Lass dich inspirieren. Kehre um, wenn du auf dem Holzweg bist.“
Evangelist Christian Bersier betonte die Bedeutung echter Einsicht: „Reue heisst auch, dass ich etwas gelernt habe.“
Hirte Oliver Blindenbacher erinnerte daran: „Das Gute ist immer stärker als das Böse.“
Im Rahmen des Gottesdienstes fand die Versiegelung von zwei Kleinkindern aus der Gemeinde statt. Die heilige Handlung wurde in feierlicher Atmosphäre vollzogen und war ein besonderes Ereignis für die Familien sowie die gesamte Gemeinde.
Nach dem Gottesdienst kamen viele Gemeindemitglieder beim gemeinsamen Apéro zusammen. In einer herzlichen Atmosphäre entstanden zahlreiche erbauende Gespräche – voller Freude, Austausch und echter Gemeinschaft. Besonders bereichernd waren die persönlichen Begegnungen mit den Bezirksverantwortlichen, die für viele zum wertvollen Moment des Austauschs wurden.