Grundlage der Predigt war das Wort aus Epheser 4,10: «Der hinabgefahren ist, das ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel, damit er alles erfülle.» Im Mittelpunkt stand die Aussage, dass Jesus Christus derselbe bleibt: der Mensch gewordene Sohn Gottes, der den Willen des Vaters vollkommen erfüllt hat, gestorben und auferstanden ist und nun in der Herrlichkeit Gottes wirkt. Seine Himmelfahrt bedeutet keine Distanz, sondern die Vollendung seines Auftrags. Christus ist nicht fern, sondern überall gegenwärtig und wirkt für das Heil aller Menschen – auf Erden wie im Jenseits.
Der Stammapostel machte in seiner Predigt deutlich, dass Christus „alles erfüllt“, weil seine Lehre für alle Menschen gültig bleibt und das Evangelium in sämtlichen Lebensbereichen Orientierung gibt. Die Gnade Jesus deckt jede Schuld, wenn Glaube und Umkehr vorhanden sind, und er schenkt alles, was der Mensch zum Heil benötigt. Durch das Apostelamt und die Sakramente erhalten die Gläubigen jene geistlichen Gaben, die sie stärken und begleiten. Christus wirkt für jeden Menschen und sorgt dafür, dass alle die Möglichkeit haben, Heil zu erlangen – unabhängig von Herkunft, Lebenssituation oder Ort.
Gleichzeitig betonte der Stammapostel liebevoll einen Auftrag an die Gläubigen: Christus soll das Herz erfüllen, damit seine Grösse, seine Liebe und die Allmacht unser Denken und Handeln prägen. Die Lehre Christi soll im Alltag sichtbar werden, auch dort, wo sie herausfordert. Die Hoffnung auf seine Wiederkunft gibt dem Leben Richtung und Kraft. Wer Christus nachfolgt, lässt sich von seinem Wesen formen und arbeitet bewusst an der eigenen Veränderung. Christus lädt ein, aber er zwingt nicht – die Entscheidung liegt bei uns Menschen.
Beiträge der mitdienenden Apostel
Apostel Marat Akchurin aus Russland unterstrich in seinem Predigtbeitrag die besondere Bedeutung des Himmelfahrtstages. Für ihn sei es ein Wunder, dass der Auftrag Jesu, das Erlebte weiterzugeben, seit 2000 Jahren lebendig geblieben sei.
Die Erwartung der Wiederkunft Christi macht das Herz des Glaubens aus und dieses Vertrauen soll das ganze Herz erfüllen. Die Kirche, das Evangelium und die Sakramente sind wertvolle Stützen, die Gläubige auf ihrem Weg begleiten. Solche festlichen Gottesdienste stärken die Hoffnung, dass Christus sein Versprechen erfüllen und wiederkommen wird – zur von Gott bestimmten Zeit.
Apostel Thorsten Zisowski aus Deutschland nahm den Predigttext zum Anlass, über die Bedeutung der Himmelfahrt nachzudenken. Die Worte „hinabgefahren“ und „aufgefahren“ erinnerten ihn daran, dass Christus sein Reich aufgerichtet hat und den Menschen durch den Heiligen Geist nahe ist. Besonders hob er hervor, dass Jesus nicht wollte, dass die Menschen nur über seine Wunder sprechen, sondern dass sie sich im Heiligen Abendmahl an sein Opfer erinnern. Die Begegnungen des Auferstandenen mit den Jüngern zeigen, wie Christus den Glauben stärkt – oft unerkannt, aber immer wirksam. Himmelfahrt bedeutet daher nicht, in den Himmel zu blicken und zu warten, sondern den Missionsauftrag Christi weiterzutragen, wie es bereits in der Bibellesung vorgetragen wurde.
Feier des Heiligen Abendmahls
Im Anschluss an die Predigt feierte die Gemeinde das Heilige Abendmahl. Danach spendete der Stammapostel auch das Heilige Abendmahl für die Entschlafenen – ein Moment stiller Verbundenheit, der die Hoffnung auf das umfassende Heil Gottes unterstrich. Der gesamte Festgottesdienst wurde von Chorgesang, Orgelmusik und einem Orchester feierlich umrahmt.