Zu Beginn seines Dienens hiess Apostel Reto Keller alle Glaubensgeschwister herzlich zum Gottesdienst am 2. Adventssonntag dieses Jahres willkommen und ging einleitend auf das Chorlied ein (CB 170: Es sollen wohl Berge weichen).
Es kann sich so vieles verändern, es können Berge und Hügel weichen. Es können sich so viele Dinge in unserem Leben, aber auch in der Welt verändern. Umbrüche in der Gesellschaft finden statt. Aber Gottes Gnade wird nicht von uns weichen, sie wird sich nie ändern. Was er zusagt, das hält er gewiss. Gott ist Stabilität, Gott ist Liebe und Gott ist und gibt Sicherheit. Er hält alles in seinen Händen. Für ihn ist nichts unmöglich.
Wir stehen in der Adventszeit
Nach den Gedanken zum Sängerlied wandte sich der Apostel an die Gemeinde und legte den Gläubigen die Adventszeit ans Herz. Es ist die Zeit der Erwartung und es mögen wohl viele Erwartungen vorhanden sein, aber wir stehen doch vor allem in der Erwartung auf das Kommen des Herrn! Natürlich stehen wir auch in der Vorfreude auf Weihnachten, wo wir der Geburt Jesu Christi gedenken. Das ist gelebte Realität.
Zum Advent gehören viele Dinge. Besondere Akzente setzen Licht oder auch Gerüche, aber auch eine gewisse Stille ist in dieser Zeit ganz wichtig. Oft muss man um diese Stille kämpfen, es herrscht viel Lärm und Hektik. Die Geduld gehört ebenfalls zum Advent. Man wartet auf das Weihnachtsfest, auch das braucht Geduld.
Auch du brauchst Geduld – nicht nur die anderen
Mit dieser Überleitung widmete sich der Apostel nun dem vorgelesenen Wort. Geduld ist für alle Menschen notwendig. Auch wir brauchen Geduld, nicht nur die anderen. Im Vers vor dem heutigen Bibelwort steht dazu ein sehr schönes Beispiel: "Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen". Das zeigt doch auf, dass der Bauer seine Arbeit machen muss. Er tut, was er tun kann. Er kann nicht sagen: "Ich mache nun einmal nichts, ich pflüge und säe nicht. Gott hat alles in seiner Hand". Nein, er tut, was er tun kann. Danach muss er die Dinge geduldig reifen lassen, sei es durch einen Früh- oder auch einen Spätregen. Auf diese Dinge hat der Bauer keinen Einfluss. Er ist auf die Gaben und die Gnade Gottes angewiesen. So ist es doch auch oft in unserem Leben: Wir tun, was wir tun können… und dann braucht es Geduld. Dann müssen wir warten und sind auf die Gnade und die Gaben Gottes angewiesen! Er wird alles geben, was wir zum Heil benötigen und seinen Heilsplan erfüllen.
Geduldig sein in den Verhältnissen…
Wenn wir Gott um Tragkraft bitten, wird er uns auch zuhören. Und er kann Dinge schaffen, die weit über unser Vermögen gehen. Aber er macht es vielleicht nicht sofort, es braucht Ausdauer und Geduld.
Geduld mit dem Nächsten… aber auch mit sich selbst
Da und dort etwas weniger Härte und mehr Nachsicht üben. Die anderen sind auch nur Menschen. Sehen wir nur die Fehler des Nächsten? Oft sieht man nur das Offensichtliche, aber nicht, wie jemand darum gekämpft hat, einen Fehler nicht zu begehen. Haben wir doch Geduld mit unseren Nächsten. Halten wir uns zurück mit unseren Urteilen; sie greifen meist zu kurz. Zeigen wir uns sanftmütig und versöhnlich. Man soll auch mit sich selbst geduldig sein. Oft ist man hart gegen sich selbst und verzeiht sich nichts! Man ist unzufrieden mit sich und geht mit sich hart ins Gericht. Wir wollen uns nicht selbst plagen mit unseren eigenen Gedanken.
Geduld aus dem Glauben heraus
Jakobus 1,3: "Und ihr wisst, dass euer Glaube, wenn er bewährt ist, bewirkt er Geduld". Die Geduld aus dem Glauben heraus ist auch eher ungeduldigen Menschen möglich.
Petrus war unbeherrscht und schnitt einem römischen Soldaten ein Ohr ab, als Jesus bedrängt wurde. Aber als sich viele von Jesu abwandten, weil sie seine Lehre nicht verstanden, zeigte Petrus Geduld und blieb bei Jesus.
Geduld im Glauben bedeutet oft; bleiben, auch wenn man nicht alles versteht. So war es bei Noah, der geduldig seinen Auftrag erfüllte. Auch als er verspottet wurde und es ewig nicht regnete, wartete er geduldig auf die Erfüllung der Verheissung Gottes. Und die Sintflut kam. Seine Geduld hatte sich gelohnt.
Simeon wartete sein ganzes Leben auf das Kommen des verheissenen Messias. Er wollte es unbedingt erleben. Es brauchte sehr viel Geduld, bis dieser Wunsch erfüllt wurde. Der Herr führte ihn als Diener in den Tempel, wo seine Hoffnung erfüllt wurde.
Und heute hörten wir: "Seid auch ihr geduldig und stärket eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe". Warten wir auch weiterhin geduldig auf das Kommen des Herrn! Sein Kommen ist nahe und wird geschehen. Warten wir geduldig und lassen wir unsere Herzen durch Gottes Wirken in der Gemeinschaft der Gläubigen stärken!
In seinem Predigtbeitrag erwähnte der Bezirkskälteste, dass er drei Gedanken mitnehmen wird: Stabilität, Gott der Erbarmer und Geduld. Vieles ist instabil, der Herr ist stabil, er ist beständig und wir können uns auf ihn verlassen. Der Herr ist unser Erbarmer, er kommt zu uns ohne Vorurteile. Er schenkt Gnade, wenn wir sie suchen und Reue zeigen. Geduld gibt auch Frieden in der Gesellschaft. Haben wir Geduld in allen Belangen. Er zitierte das Sprichwort: "Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht". Auch da gilt es, die Dinge reifen zu lassen. Wir brauchen Geduld - es lohnt sich!
Nach der Feier des heiligen Abendmahls ordinierte der Apostel eine Diakonin zur Priesterin für die Gemeinde. Dabei erwähnte er mehrmals das Vertrauen, das es in unseren Gott braucht, um das Amt ausfüllen zu können. Auf lass uns Zion bauen, in fröhlichem, freudigem und gläubigem Vertrauen (GB 365). Gott kann und weiss alles und wird die neue Priesterin wunderbar lenken und leiten.