Gemeinde-
und Bezirkssuche

Woche 14 / 2022

05.04.2022

Vis-à-vis an einem kleinen Tisch sitzt Bischof Reto Keller und vor mir steht ein feiner Espresso. Nein, wir sind nicht in Italien, sondern auf dem Flughafen von București. Sehr dankbar blicken wir zurück auf zwei intensive, aber auch wunderschöne Tage in der Hauptstadt von Rumänien. Da der Heimflug verspätet ist, bietet sich etwas Zeit, um mit den Reisenotizen zu beginnen.

 
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In der zurückliegenden Woche stand, wie jedes Jahr, eine Ausbildung der deutschsprechenden Apostel und Bischöfe auf dem Programm. Zusammen mit den süddeutschen Aposteln und Bischöfen hatten wir uns im baden-württembergischen Offenburg versammelt. Der Tagungsinhalt wurde wie folgt angekündigt: «Grundlagen des Islam – Entstehung und Entwicklung einer Religion – Der Koran, Glaubensinhalte – Christus und Jesus im Koran».   


Vermittelt wurden uns die Inhalte von der Islamwissenschaftlerin Debora Müller, einer Glaubensschwester, die islamische Rechtswissenschaften an der Universität Tübingen im Zentrum für islamische Theologie lehrt.


Vielleicht fragt sich das Eine oder Andere, warum der angesprochene Kreis gerade ein solches Thema für die Weiterbildung wählt. Es ist eigentlich ganz einfach: wenn man sich zu einem Thema eine differenzierte Meinung bilden will, muss man darüber Bescheid wissen.


Die beiden Tage gaben einen faszinierenden und lehrreichen Einblick in eine Welt, die uns etwas fremd und mit vielen Vorurteilen behaftet ist.


Am frühen Freitagmorgen verabschiedeten Bischof Keller und ich uns aus Offenburg, um rechtzeitig auf den Flug von Zürich nach București zu gelangen. Begleitet von Schneetreiben kamen wir früh genug in Zürich an und flogen direkt in den Sommer. București hatte an diesem Nachmittag 27 Grad Lufttemperatur. Die starken Winde beim Landeanflug bereiteten uns noch einen ungeplanten, zusätzlichen halbstündigen Aufenthalt in der Luft, denn kurz vor dem Aufsetzen startete das Flugzeug durch.


Nach mehr als drei Jahren sollte erstmals wieder eine Bezirksvorsteherversammlung in Präsenz für Rumänien stattfinden. Die Vorfreude und die damit verbundenen Erwartungen waren gross.


Bis auf einen Bezirksältesten konnten alle Brüder anreisen. Am Samstagmorgen starteten wir mit der Delegiertenversammlung. Die Gemeinschaft in diesem besonderen Kreis war einfach wohltuend, sie hatte uns echt gefehlt. Umso mehr, als es zwischen der Ausnahmesituation der Pandemie und der des Krieges im Nachbarland keine Verschnaufpause gab und die Geschwister unmittelbar durch das unvorstellbare Leid und das Elend der Flüchtlinge betroffen sind. Die Solidaritäts- und Hilfsbereitschaft unserer Geschwister und ganz allgemein der Bevölkerung ist einfach beeindruckend.


Neben stärkenden, geistlichen Gedanken gab es interessante Einblicke in die Struktur und Aufstellung des ganzen Bezirksapostelbereiches, einen Austausch in Gruppen zur Situation in den Gemeinden, Informationen zum Stand der Unterrichtstätigkeit, eine Gruppenarbeit zum Thema «Lebendige Gemeinden» sowie zur Jugendarbeit. Viele Einzelgespräche ergänzten diesen gemeinsamen Teil. Am Abend erlangten wir im gemeinsamen Abendessen nochmals Stärkung und Gemeinschaft.


Bei strahlendem Sonnenschein aber doch recht frischer Temperatur starteten wir in den Sonntag. Aus unserer Kirche in București wurde der Gottesdienst in ganz Rumänien und Moldawien übertragen. In meinem Herzen war das ganz starke Empfinden spürbar, dass die grosse Gemeinde das Wort Gottes förmlich aufsaugte. Der Gottesdienst wurde vor Ort ins Russische übersetzt, da auch ukrainische Flüchtlinge aus Mariupol teilnahmen.


In der Verabschiedung erlebte ich ein grosses Nachholbedürfnis. Die dabei erlebte Intensität der Empfindungen und der Freude ist unbeschreiblich. Wann sehen wir uns wohl das nächste Mal? Nutzen wir die manchmal unterschätzte Kraft des Gebetes noch intensiver, um dort weiter zu fahren, wo wir mit unseren Taten und Möglichkeiten an Grenzen stossen. La revedere! Sanatate! Noroc de inima noastră! Drum bun!